Wie­der­ein­glie­de­rung in eine Werk­statt nach einem exter­nen Prak­ti­kum — Metho­di­scher Teil

Fra­ge­stel­lung: Was benö­ti­gen die Fach­kräf­te einer Werk­statt für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen für die Nach­be­rei­tung eines Prak­ti­kums auf einem aus­ge­la­ger­ten Arbeitsplatz?

Inhalts­ver­zeich­nis

  1. Die Ein­füh­rung in das Forschungsvorhaben
  2. Die Inte­gra­ti­on auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt oder wie beruf­li­che Über­gän­ge Bio­gra­fien formen
  3. Rah­men­be­din­gun­gen und Struk­tu­ren päd­ago­gi­schen Han­delns in der beruf­li­chen Rehabilitation
  4. Das qua­li­ta­ti­ve Inter­view als Metho­de zur Erfas­sung von Kognitionsinhalten
  5. Das For­schungs­de­sign und sei­ne Dokumentation
  6. Das Resü­mee zum gegen­wär­ti­gen Untersuchungsstand
  7. Lite­ra­tur­ver­zeich­nis

Die Ein­füh­rung in das Forschungsvorhaben

Das vor­lie­gen­de For­schungs­vor­ha­ben wird in einer Werk­statt für Men­schen mit Behin­de­run­gen durch­ge­führt. Die Werk­statt hat einen his­to­risch begrün­de­ten Fokus auf Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen, da sie aus einem ehe­ma­li­gen Nie­der­säch­si­schen Lan­des­kran­ken­haus her­vor­ge­gan­gen ist (sie­he Nie­der­säch­si­scher Land­tag, 2010, S. 2 f.). Werk­stät­ten für Men­schen mit Behin­de­run­gen sind nach dem neun­ten Sozi­al­ge­setz­buch (SGB IX) Ein­rich­tun­gen, die die Teil­ha­be am Arbeits­le­ben ermög­li­chen sol­len (sie­he § 219 SGB IX). Beruf­li­che Erpro­bun­gen sind dem­nach ein natür­li­che Bestand­tei­le in die­ser Tran­si­ti­on, um schließ­lich eine Inte­gra­ti­on auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt i.S.v. §49 Abs. 3 SGB IX zu ermög­li­chen. Beruf­li­che Tran­si­ti­on lässt sich damit ins­be­son­de­re durch zu bewäl­ti­gen­de Über­gän­ge cha­rak­te­ri­sie­ren (vgl. Walt­her, 2015, S. 35 f.). Am Bei­spiel einer beruf­li­chen Erpro­bung in einem Unter­neh­men wird dies beson­ders deut­lich. Beschäf­tig­te Mitarbeiter:innen[1] (bMA) in einer Werk­statt für Men­schen mit Behin­de­run­gen (WfbM) sind im Arbeits­be­reich der Werk­statt ein­ge­bun­den. Eine Werk­statt stellt damit den soge­nann­ten zwei­ten Arbeits­markt dar. Damit eine Inte­gra­ti­on auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt in einem sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Arbeits­ver­hält­nis ermög­licht wer­den kann, bie­ten Werk­stät­ten betrieb­li­che Erpro­bun­gen an, die im Ide­al in eine sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung mün­den kön­nen. So las­sen sich bspw. min­des­tens zwei insti­tu­tio­nel­le Über­gän­ge bezo­gen auf eine beruf­li­che Erpro­bung erken­nen. Der ers­te Über­gang beschreibt den Weg in ein Prak­ti­kum und aus einer Werk­statt hin­aus, wäh­rend der zwei­te Über­gang sich divers aus­ge­stal­tet. So kann der Über­gang ent­we­der im Sin­ne einer wei­ter­füh­ren­den beruf­li­chen Inte­gra­ti­on auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt fort­ge­führt wer­den, sich eine ande­re Mög­lich­keit zur Erpro­bung dar­an anschlie­ßen oder eine Rück­kehr in die Werk­statt erfol­gen. Die­se Über­gän­ge sind im Kon­text gesell­schaft­li­cher Nor­ma­li­tät eng ver­bun­den mit den Begrif­fen „gelin­gen“ oder auch „schei­tern“ und besit­zen damit einen bio­gra­fi­schen und damit sehr per­sön­lich­keits­re­le­van­ten Ein­fluss für die Kli­en­tel (sie­he Klin­govs­ky & Paw­le­wicz, 2015). Sie sind vor ihrer Erkran­kun­gen erfolg­reich auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt tätig gewe­sen und muss­ten ihn des­halb ver­las­sen. Der Aus­ge­stal­tung von Über­gän­gen in der beruf­li­chen Inte­gra­ti­on kommt damit eine über­ge­ord­ne­te Rol­le zu, da sie ins­be­son­de­re Gefahr lau­fen kön­nen, bereits erleb­te beruf­li­che Exklu­si­on und deren Fol­gen zu repro­du­zie­ren (sie­he Güh­ne & Rie­del-Hel­ler, 2015).

Mit die­ser Unter­su­chung soll des­halb die Fra­ge beant­wor­tet wer­den, was die Fach­kräf­te einer Ein­rich­tung für Men­schen mit psy­chi­schen Beein­träch­ti­gun­gen brau­chen, um eine Rück­kehr aus einer beruf­li­chen Erpro­bung gelin­gen zu las­sen. Mit dem vor­lie­gen­den For­schungs­pro­jekt soll des­halb ein Fokus auf die von Fach­kräf­ten wahr­ge­nom­me­ne Bedarfs­la­ge der Kli­en­tel in der Tages­struk­tu­rie­rung nach einer Rück­kehr in die Werk­statt gelegt wer­den, um einer­seits Erkennt­nis­se über die Aus­wir­kun­gen einer sol­chen Erpro­bung auf die Kli­en­tel zu erfas­sen und ande­rer­seits, um mög­li­che Bedar­fe für die päd­ago­gi­sche Arbeit in einer Werk­statt für Men­schen mit psy­chi­schen Beein­träch­ti­gun­gen abzuleiten.

Die­se Arbeit legt den Fokus auf die metho­di­sche Kon­zep­ti­on, d.h. das For­schungs­de­sign und sei­ne wis­sen­schaft­li­che Fun­die­rung. Im Ver­lauf die­ser Arbeit wird das metho­di­sche Vor­ge­hen anhand der gesetz­li­chen und struk­tu­rel­len Rah­men­be­din­gun­gen her­ge­lei­tet, dabei wer­den ins­be­son­de­re fach­theo­re­ti­sche Aspek­te her­aus­ge­ar­bei­tet, um sie mit einem For­schungs­in­stru­ment erfas­sen zu kön­nen, d.h. was ist der gesetz­li­che Auf­trag zur beruf­li­chen Inte­gra­ti­on und wie wir­ken sich Über­gän­ge auf die beruf­li­che Tran­si­ti­on aus. Aber auch struk­tu­rel­le Rah­men­be­din­gun­gen wer­den dar­ge­stellt, d.h. wie sind die Rah­men­be­din­gun­gen vor Ort und wie ord­net sich päd­ago­gi­sches Han­deln dar­in ein. Genau­so wird in die­sem Kon­text ein Blick auf didak­tisch-metho­di­sche Kon­struk­ti­on durch Bedin­gungs­ana­ly­sen nach Schil­ling (2016) als theo­re­ti­sches Modell päd­ago­gi­schen Han­delns gewor­fen. Aus den Rah­men­be­din­gun­gen und dem Modell sowie der Struk­tur päd­ago­gi­schen Han­delns las­sen sich des­halb anschlie­ßend metho­di­sche Ent­schei­dun­gen for­schungs­theo­re­tisch ein­ord­nen. Es wird dem­nach die Fra­ge beant­wor­tet, war­um gera­de das Inter­view eine pas­sen­de Metho­de ist und war­um die Her­stel­lung eines Dia­log-Kon­sen­ses sich als anschlie­ßen­de For­schungs­schlei­fe anbie­tet. Schließ­lich wird das dar­aus resul­tie­ren­de For­schungs­de­sign vor­ge­stellt, um das Vor­ge­hen trans­pa­rent dar­zu­le­gen. In die­sem Kon­text wird die Kon­struk­ti­on des Leit­fa­dens sowie das aus­ge­wähl­te Tran­skrip­ti­ons­sys­tem offen­ge­legt und die aus­ge­wähl­te Stich­pro­be beschrie­ben und begründet.

Die Inte­gra­ti­on auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt oder wie beruf­li­che Über­gän­ge Bio­gra­fien formen

Die Ein­glie­de­rungs­hil­fe für Men­schen mit Behin­de­run­gen agiert mit ihrem Auf­trag zur beruf­li­chen Reha­bi­li­ta­ti­on und Inte­gra­ti­on (sie­he Trost, 2013) in einem recht­li­chen Rah­men, der ins­be­son­de­re den Per­so­nen­kreis als auch den Auf­trag ein­grenzt und beschreibt. Im Rah­men die­ses For­schungs­pro­jek­tes, das die Bedarfs­la­ge der Kli­en­tel einer Werk­statt für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen in den Fokus nimmt, ist damit die recht­li­che Lage zu klä­ren, in der päd­ago­gi­sches Han­deln, das Teil­ha­be am Arbeits­le­ben ermög­li­chen soll, ein­ge­bet­tet ist (sie­he Bie­ker, 2013). Men­schen mit psy­chisch Erkran­kun­gen haben bereits Erfah­run­gen auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt gesam­melt und sind mit har­ten Über­gän­gen und erwerbs­bio­gra­fi­schen Brü­chen ver­traut. Auch im Kon­text der Reha­bi­li­ta­ti­on erle­ben beschäf­tig­te Mitarbeiter:innen in einer WfbM wei­ter­hin Über­gän­ge bspw. durch Erpro­bun­gen in der Ein­rich­tung, aber auch außer­halb durch beruf­li­che Erpro­bun­gen in Unter­neh­men. Die Tran­si­ti­ons­for­schung unter­sucht die­ses Phä­no­men bio­gra­fi­scher Über­gän­ge sowie ihre Ein­flüs­se und Wir­kung auf Men­schen aber auch ihre Bewäl­ti­gung und Aus­ge­stal­tung (vgl. Klin­govs­ky & Paw­le­wicz, 2015, S. 60–62; vgl. Voll­mer, 2016, S. 227; vgl. Walt­her, 2015, S. 35–37). Die­se Arbeit befasst sich mit den Bedar­fen einer Kli­en­tel mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen nach der Rück­kehr in die WfbM aus einer beruf­li­chen Erpro­bung, dem­nach liegt der Fokus ins­be­son­de­re auf der Wir­kung von Über­gän­gen, um ein Ver­ständ­nis für mög­li­che Reha­bi­li­ta­ti­ons­be­dar­fe zu erlan­gen und um für die­se Über­gän­ge zu sensibilisieren.

Der gesetz­li­che Auf­trag zur beruf­li­chen Inte­gra­ti­on in Werk­stät­ten für Men­schen mit Behinderungen

Werk­stät­ten für Men­schen mit Behin­de­run­gen sind Ein­rich­tung, die nach dem neun­ten Sozi­al­ge­setz­buch (SGB IX) gere­gelt sind [2]. Auch Werk­stät­ten für psy­chisch Erkrank­te Men­schen fal­len auf­grund des Behin­de­rungs­be­grif­fes dar­un­ter. Men­schen mit Behin­de­run­gen im Sin­ne des SGB IX sind „Men­schen, die kör­per­li­che, see­li­sche, geis­ti­ge oder Sin­nes­be­ein­träch­ti­gun­gen haben, die sie in Wech­sel­wir­kung mit ein­stel­lungs- und umwelt­be­ding­ten Bar­rie­ren an der gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be an der Gesell­schaft mit hoher Wahr­schein­lich­keit län­ger als sechs Mona­te hin­dern kön­nen. Eine Beein­träch­ti­gung […] liegt vor, wenn der Kör­per- und Gesund­heits­zu­stand von dem für das Lebens­al­ter typi­schen Zustand abweicht“ (sie­he § 2 Abs. 1 Satz 1 und 2 SGB IX). Nach der aktu­el­len Rechts­auf­fas­sung muss die „Behin­de­rung damit […] nicht nur die ver­min­der­ten Chan­cen am Arbeits­markt ver­ur­sa­chen, sie muss auch ursäch­lich für den Bedarf an Hil­fen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben sein“ (sie­he Bun­des­agen­tur für Arbeit, 2016, S. 2, vgl. 2021). Die­se Rechts­aus­le­gung geht damit von defi­zi­tä­ren Res­sour­cen aus, die sich in der Behin­de­rung begrün­den müs­sen und damit Hil­fe­be­dar­fe für das Erlan­gen einer gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be auf­zei­gen (vgl. Eiköt­ter et al., 2017, S. 50–58, 273 f.). Ins­be­son­de­re schwer psy­chisch Erkrank­te sind auf­grund ihrer Erkran­kung oft von Lang­zeit­ar­beits­un­fä­hig­keit betrof­fen und bedür­fen einer beruf­li­chen Wie­der­ein­glie­de­rung (sie­he Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft für Reha­bi­li­ta­ti­on, 2020, S. 10). Hil­fen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben wer­den in einer Werk­statt der­art erbracht, dass eine Werk­statt beruf­li­che Bil­dung und Beschäf­ti­gung bie­tet und zur Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung bei­trägt. Dabei soll die Werk­statt mit ihren Maß­nah­men dazu bei­tra­gen, dass die Leis­tungs- und Erwerbs­fä­hig­keit erhal­ten bleibt, die­se sich erhöht und wei­ter­ent­wi­ckelt, um geeig­ne­ten Per­so­nen den Über­gang auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt zu ermög­li­chen (vgl. § 219 Abs. 1 Satz 2 und 3 SGB IX).

Die in Werk­stät­ten erbrach­ten Leis­tun­gen haben dem­nach immer noch einen inte­gra­ti­ven Cha­rak­ter, d.h. der Ver­än­de­rungs­fo­kus liegt auf den Men­schen mit Behin­de­run­gen und ihrer Leis­tungs- und Erwerbs­fä­hig­keit, sodass sie schließ­lich auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt über­ge­hen kön­nen [3]. Auch für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen, die Fokus die­ser Arbeit sind, besteht der inte­gra­ti­ve Gedan­ke fort (vgl. Hinz, 2013). So wird hier­bei aber auf­grund der bio­gra­fi­schen Beson­der­hei­ten psy­chi­scher Erkran­kun­gen der Wie­der­ein­glie­de­rung – der Reha­bi­li­ta­ti­on – ein beson­de­res Augen­merk geschenkt, d.h. es wird eine Reinte­gra­ti­on in den all­ge­mei­nen Arbeits­markt ange­strebt, da i.d.R. Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen vor ihrer Beschäf­ti­gung in einer WfbM ein Teil des all­ge­mei­nen Arbeits­mark­tes waren (sie­he Kulig, 2013). Psy­chi­sche Erkran­kun­gen und das damit ver­bun­de­ne Aus­schei­den aus dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt – auf­grund der schwe­re ihrer Erkran­kung – stellt folg­lich eine Zäsur in der Erwerbs­bio­gra­fie erkrank­ter Men­schen dar, was bei ihnen eine Sen­si­bi­li­tät für beruf­li­che Über­gän­ge nahe­legt, die fes­ter Bestand­teil einer beruf­li­chen Reha­bi­li­ta­ti­on sind. (vgl. Wind­scheid, 2019a, S. 64 ff., vgl. 2019b).

Geschei­ter­te Über­gän­ge und ihre Aus­wir­kun­gen auf beschäf­tig­te Mitarbeiter:innen

Die Tran­si­ti­ons­for­schung befasst sich mit „[Sta­tus- und Rol­len­wech­seln indi­vi­du­el­ler Sozia­li­sa­ti­ons­ver­läu­fe] oder [anders aus­ge­drückt mit] Ent­wick­lungs­schrit­ten in der zeit­li­chen Per­spek­ti­ve des Lebens­lau­fes“ (sie­he Walt­her, 2015, S. 36). Dem Ver­ständ­nis „doing tran­si­ti­ons“ nach­spielt aber nicht nur die indi­vi­du­el­le Ebe­ne eine Rol­le, son­dern auch die insti­tu­tio­nel­le und dis­kur­si­ve Ebe­ne, um der Über­gän­gen inhä­ren­ten Nor­ma­ti­vi­tät ange­mes­sen begeg­nen zu kön­nen Die­sem Ver­ständ­nis nach sind Über­gän­ge auf allen drei Ebe­ne zu betrach­ten. D.h. auf der dis­kur­si­ven Ebe­ne die Über­gan­ge an sich und ihre Kon­stru­iert­heit, auf der insti­tu­tio­nel­len Ebe­ne die prak­ti­sche Regu­lie­rung durch Akteu­re und Insti­tu­tio­nen und auf der indi­vi­du­el­len Ebe­ne den Über­gang in sei­ner sub­jek­tiv-bio­gra­fi­schen Bewäl­ti­gungs­ebe­ne zu the­ma­ti­sie­ren. (ebd., S. 43–49)

Es zeigt sich allein an der fach­li­chen Betrach­tungs­wei­se, in wel­chen viel­schich­ti­gen Wech­sel­wir­kun­gen und Norm­be­zü­gen Über­gän­ge prak­ti­ziert wer­den. Ins­be­son­de­re beschäf­tig­te Mitarbeiter:innen mit einer psy­chi­schen Erkran­kung sind von Sta­tus­ver­lus­ten betrof­fen. In sei­ner Aus­ein­an­der­set­zung mit beruf­li­cher Sozia­li­sa­ti­on defi­niert Cors­ten (2010, S. 12) beruf­li­chen Erfolg als Kar­rie­re­er­folg, der cha­rak­te­ri­siert ist durch „[…] Ver­fü­gungs­ge­walt[,] Wir­kungs­chan­cen[,] sozia­les Pres­ti­ge […]. Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen ver­lie­ren durch Ein­schrän­kun­gen in den vier Bewäl­ti­gungs­di­men­sio­nen — Aneig­nung, Abhän­gig­keit, Aus­druck und Aner­ken­nung – den Anschluss an ihre bis­he­ri­gen Kar­rie­ren (sie­he Böh­nisch, 2018, S. 222–226). So wer­den auch im „[Erwach­se­nen­al­ter] Über­gän­ge als schei­tern adres­siert[, wenn bspw.] Arbeits­lo­sig­keit, Ver­schul­dung und Armut, Tren­nung oder Schei­dung, Krank­heit oder Sucht [ein­tre­ten]“ (sie­he Walt­her, 2015, S. 44). Bei beschäf­tig­ten Mitarbeiter:innen in einer Werk­statt für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen wur­de bspw. in ihrer Ver­gan­gen­heit eine Form von psy­chi­scher Stö­rung [4] dia­gnos­ti­ziert [5], da ihr Gesund­heits­zu­stand durch die Erkran­kung in Ver­bin­dung mit Wech­sel­wir­kun­gen des eige­ne Kör­pers, d.h. sei­ner Funk­tio­nen und Struk­tu­ren, mit per­sön­li­chen und umwelt­be­ding­ten Fak­to­ren sowie dem indi­vi­du­el­len Poten­ti­al an Akti­vi­tä­ten beein­träch­tigt wur­de und schließ­lich eine Behin­de­rung ihrer Teil­ha­be u.a. auch am Arbeits­le­ben ein­ge­tre­ten ist (vgl. Güh­ne & Rie­del-Hel­ler, 2015, S. 6–15; vgl. Lind­mei­er, 2013). Bei schwe­ren psy­chi­schen Erkran­kun­gen wird häu­fig auch eine Leis­tungs­be­gut­ach­tung durch­ge­führt, da eine Leis­tungs­min­de­rung auf­grund der Erkran­kung ver­mu­tet wird, d.h. ein Sta­tus­wech­sel von einer zeit­wei­sen Arbeits­un­fä­hig­keit bis hin zu einer Erwerbs­min­de­rung kann die Fol­ge sein (vgl. Bun­des­agen­tur für Arbeit, 2019; vgl. Muschal­la & Lin­den, 2011a, S. 923–926). Psy­chi­sche Erkran­kun­gen füh­ren häu­fi­ger als soma­ti­sche Erkran­kun­gen zu einer Arbeits­un­fä­hig­keit, was auch mit der Schutz­funk­ti­on der Arbeits­un­fä­hig­keit im deut­schen Sozi­al­sys­tem zu tun hat (vgl. Lin­den & Weid­ner, 2005, S. 1426 f.). Jedoch tritt durch die­sen Sta­tus­wech­sel ein Über­gang aus der Arbeits­welt her­aus auf: Was auf der einen Sei­te eine Schon­zeit bspw. für Behand­lungs­set­tings ermög­licht, kann jedoch bei län­ge­ren Zeit­räu­men zu finan­zi­el­len Not­la­gen, ver­rin­ger­ten Bewäl­ti­gungs­er­fah­run­gen und sozia­ler Des­in­te­gra­ti­on sowie zu dys­funk­tio­na­lem Krank­heits­ver­hal­ten und Chro­ni­fi­zie­rung füh­ren (ebd.). „Infol­ge psy­chi­scher Erkran­kun­gen kann es zum Abbruch der Aus­bil­dung, zum Ver­lust des Arbeits­plat­zes sowie zu Früh­be­ren­tun­gen kom­men“ (sie­he Güh­ne & Rie­del-Hel­ler, 2015, S. 19).

Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen in einer WfbM haben also bereits eine Viel­zahl an Erfah­run­gen mit Über­gän­gen gemacht und sind mit dem sozi­al­recht­li­chen Fokus der Leis­tungs­trä­ger für eine beruf­li­che Reha­bi­li­ta­ti­on in einer Werk­statt für Men­schen mit Behin­de­run­gen ange­kom­men (vgl. Muschal­la & Lin­den, 2011b, S. 1196 ff.). For­mal bedeu­tet dies für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen, dass sie Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben aus der Ein­glie­de­rungs­hil­fe erhal­ten, damit eine Rück­kehr auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt gelin­gen kann. Gesell­schaft­lich sind sie damit jedoch aus den Struk­tu­ren des all­ge­mei­nen Arbeits­mark­tes aus­ge­schie­den und müs­sen für eine erfolg­rei­che Wie­der­ein­glie­de­rung selbst die Ver­än­de­rungs­leis­tung erbrin­gen, um erfolg­reich einen Sta­tus­wech­sel zu vollziehen.

Arbeit steht für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen in einem nicht auf­zu­lö­sen­den Span­nungs­feld, da sie die Arbeit genau­so als ursäch­lich für ihre Erkran­kung und die fol­gen­de Arbeits­lo­sig­keit erlebt haben, wie auch die erleb­te Exklu­si­on in der Arbeits­lo­sig­keit wie­der­um als Ursa­che für psy­chi­sche Erkran­kun­gen bzw. als Ver­stär­ker für eben­die­se (vgl. Güh­ne & Rie­del-Hel­ler, 2015, S. 16–23; vgl. Kroll & Lam­pert, 2012). Zugleich ist aber auch die sta­bi­li­sie­ren­de Wir­kung von Arbeit in der beruf­li­chen Reha­bi­li­ta­ti­on lan­ge bekannt und auch Werk­stät­ten für Men­schen mit Behin­de­run­gen nut­zen Arbeit als tages­struk­tu­rie­ren­des Ange­bot (vgl. Arling & Spi­jkers, 2017, S. 7–14). Arbeit ist aber nicht nur eine Maß­nah­me in der beruf­li­chen Reha­bi­li­ta­ti­on. In unse­rer Gesell­schaft ist Arbeit ein sozia­li­sie­ren­der Fak­tor und ihr kommt damit ein her­aus­ra­gen­der Stel­len­wert zu (vgl. Fischer, 2008, S. 185 ff.; vgl. Unger, 2010, S. 2 f.), der sich auch durch das „Recht auf Arbeit“ in Arti­kel 23 und 24 der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te sowie Arti­kel 27 in der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on zeigt. Men­schen mit Behin­de­run­gen haben dem­nach ein Recht dar­auf, an Arbeit teil­zu­ha­ben. Auf­grund der Erfah­run­gen der Kli­en­tel mit beruf­li­chen Über­gän­gen und dar­in erfolg­ten bio­gra­fi­schen Brü­chen kommt der Aus­ge­stal­tung der beruf­li­chen Inte­gra­ti­on von Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen auf den ers­ten Arbeits­markt eine beson­de­re Bedeu­tung zu, um nicht erleb­tes Schei­tern zu reproduzieren.

Die gesetz­li­chen Rege­lun­gen und Rechts­aus­le­gun­gen prä­gen die Nor­ma­li­tät in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe und damit auch in Werk­stät­ten für Men­schen mit Behin­de­run­gen und schaf­fen dadurch einen Raum „sekun­dä­rer Nor­ma­li­sie­rung [sog.] geschütz­te Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se“ (sie­he Walt­her, 2015, S. 44 f.). Nach dem Schei­tern auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt arbei­ten bMA in einer WfbM an sich, um ihre Leis­tungs- und Erwerbs­fä­hig­keit sowie ihre Per­sön­lich­keit aus­zu­bau­en, um schließ­lich wie­der auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt über­zu­ge­hen. Damit bleibt die Nor­mal­vor­stel­lung für die beruf­li­che Reha­bi­li­ta­ti­on auch nach der Rati­fi­zie­rung der UN-BRK die Inte­gra­ti­on. Des­halb kommt der insti­tu­tio­nel­len Ebe­ne [6] von Über­gän­gen eine beson­de­re Bedeu­tung zu. Über­gän­ge wer­den in Insti­tu­tio­nen aus­ge­stal­tet. Wes­halb im fol­gen­den Kapi­tel ein Ein­blick in die insti­tu­tio­nel­len Rah­men­be­din­gun­gen einer Werk­statt für Men­schen mit Behin­de­run­gen gege­ben wird.

Rah­men­be­din­gun­gen und Struk­tu­ren päd­ago­gi­schen Han­delns in der beruf­li­chen Rehabilitation

Im vor­he­ri­gen Kapi­tel wur­de in die gesetz­li­chen Grund­la­gen und gesell­schaft­li­chen Norm­vor­stel­lun­gen sowie deren Aus­wir­kun­gen auf die Bio­gra­fien von Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen ein­ge­gan­gen. Dabei wur­de auf indi­vi­du­el­ler Ebe­ne gezeigt, in wel­chem Spa­nungs­feld bMA mit einer psy­chi­schen Erkran­kung zu Arbeit und ins­be­son­de­re zum all­ge­mei­nen Arbeits­markt ste­hen. Denn sie konn­ten der „Ideo­lo­gie eines linea­ren Nor­mal­le­bens­lau­fes“ (sie­he Walt­her, 2015, S. 44) nicht ent­spre­chen und sind am all­ge­mei­nen Arbeits­markt geschei­tert. Arbeit als tages­struk­tu­rie­ren­des Ange­bot ist jedoch inhä­ren­ter Teil einer WfbM, die ver­sucht Men­schen bei ihrer Ent­wick­lung auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt zu unter­stüt­zen. Folg­lich wird in die Struk­tu­ren, Pro­zess und Ver­fah­ren einer Werk­statt ein­ge­führt und somit in die Rah­men­be­din­gun­gen, in denen päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te han­deln. Schließ­lich wird für ein tie­fe­res Ver­ständ­nis päd­ago­gi­schen Han­delns in einer Werk­statt ein Modell für päd­ago­gi­sches Han­deln ent­wi­ckelt, dass sich im Kern an der Bedin­gungs­ana­ly­se nach Schil­ling (2016) orientiert.

Rah­men­be­din­gun­gen päd­ago­gi­schen Han­delns in der WfbM

Die WfbM ist eine Ein­rich­tung mit Ange­bo­ten für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen und sie bie­tet einen Arbeits­be­reich (AB) nach § 58 SGB IX an. Nach § 58 Abs. 2 SGB IX erhal­ten Men­schen mit Behin­de­run­gen Leis­tun­gen zur Beschäf­ti­gung, Maß­nah­men zur Ent­wick­lung der Leis­tungs­fä­hig­keit und Per­sön­lich­keit sowie Maß­nah­men zum Über­gang auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt. Vom Per­so­nal der Werk­statt wer­den die ers­ten bei­den Leis­tun­gen erbracht. Die Maß­nah­men zum Über­gang auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt wer­den durch eine ande­re Abtei­lung aus dem erbracht. Der Arbeits­be­reich der Werk­statt struk­tu­riert sich durch sechs Arbeits­grup­pen, in denen bMA einer Tätig­keit nach­ge­hen kön­nen. Dazu gehö­ren Grup­pen mit den Schwer­punk­ten: Holz­ver­ar­bei­tung, Gas­tro & Ser­vice, Mon­ta­ge & Ver­pa­ckung und Elek­tro­mon­ta­ge. Auch ein Café, eine sog. aus­ge­la­ger­te Arbeits­grup­pe, wird durch den Sozi­al­dienst der Werk­statt mit­be­treut. Die Arbeits­grup­pen wer­den durch min­des­tens eine Grup­pen­lei­tung (GL) gelei­tet und sie bil­den damit die jewei­li­gen Bezugs­mit­ar­bei­ter. Nach § 221 SGB IX haben bMA den Sta­tus eines arbeit­neh­mer­ähn­li­chen Rechts­ver­hält­nis­ses, dass erst durch die Ein­glie­de­rung auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt in ein regu­lä­res sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Arbeits­ver­hält­nis wech­selt. Für die Ein­glie­de­rung auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt ist eine aus­ge­la­ger­te Abtei­lung der Werk­statt zustän­dig. Die Abtei­lung beglei­tet unter ande­rem bMA mit einem Bud­get für Arbeit, bie­tet Job­coa­chings, betreut den aus­ge­la­ger­ten Berufs­bil­dungs­be­reich (BBB), betreut aus­ge­la­ger­te Arbeits­grup­pen, d.h. Arbeits­grup­pen unter dem Dach der WfbM in Betrie­ben, und schafft Über­gän­ge auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt mit betrieb­li­chen Erpro­bun­gen in Form von Prak­ti­ka und betreut aus­ge­la­ger­te Ein­zel­ar­beits­plät­ze, die ana­log zu aus­ge­la­ger­te Arbeits­grup­pen unter dem Dach der WfbM laufen.

Im Arbeits­be­reich einer WfbM wird die päd­ago­gi­sche Arbeit i.d.R. mit zwei Instru­men­ten geplant und über­prüft. Das ers­te Instru­ment ist die Ein­glie­de­rungs­pla­nung, mit der in regel­mä­ßi­gen Abstän­den die bis­he­ri­gen Zie­le und geplan­ten Maß­nah­men über­prüft und erneut geplant wer­den. Dabei wird in einem sog. Ein­glie­de­rungs­ge­spräch ein Rück­blick auf den ver­gan­ge­nen Zeit­raum gewor­fen (sie­he Abbil­dung 3‑1). Eben­so wird über die aktu­el­le per­sön­li­che und beruf­li­che Situa­ti­on gespro­chen und schließ­lich ein Aus­blick gestal­tet, in dem neue Zie­le und Maß­nah­men für den kom­men­den Zeit­raum fest­ge­legt wer­den. Die Ein­glie­de­rungs­pla­nung ist eng ver­bun­den mit dem zwei­ten Instru­ment, dass vor allem im Sozi­al­dienst (SD) einer WfbM Anwen­dung fin­det und das für die Ver­gü­tung der Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen durch den Leis­tungs­trä­ger her­an­ge­zo­gen wird. Der SD nutzt das HMB-T-Ver­fah­ren (sie­he Nie­der­säch­si­sches Lan­des­amt für Sozia­les Jugend und Fami­lie, 2016, sie­he 2020), dass zur „Zuord­nung von Leis­tungs­be­rech­tig­ten zu Grup­pen für Leis­tungs­be­rech­tig­te mit ver­gleich­ba­rem Hil­fe­be­darf“ (ebd.) genutzt wird und auf dem Metz­ler-Ver­fah­ren auf­baut. (vgl. Barg­fre­de, 2013, S. 406–406; sie­he Metz­ler, 1998). Das HMB-T-Ver­fah­ren teilt den Bedarf zur Gestal­tung des Tages in sie­ben Berei­che mit dazu­ge­hö­ri­gen Items ein, die wie folgt lau­ten: Aus­füh­ren von Auf­ga­ben und Vor­ha­ben (5 Items), Sozia­le Bezü­ge (6 Items), Mobi­li­tät (2 Items), Ent­wi­ckeln von Per­spek­ti­ven in der Tages­struk­tu­rie­rung (5 Items), Kom­mu­ni­ka­ti­on (2 Items), Selbst­ver­sor­gung (3 Items) und Gesund­heits­sor­ge/-für­sor­ge (3 Items). In einem gemein­sa­men Gespräch mit der zustän­di­gen GL rekon­stru­iert der SD den Bedarf der bMA zur Gestal­tung ihrer Tages­struk­tur. Als Unter­stüt­zungs­be­darf wird im HMB-T-Ver­fah­ren die Dif­fe­renz zwi­schen Res­sour­cen und den Fähig­kei­ten der bMA, Tätig­kei­ten aus­zu­füh­ren, ver­stan­den. Unter­stüt­zung wird in die­sem Kon­text als Hil­fe ver­stan­den, um Bar­rie­ren abzu­bau­en und Tätig­kei­ten zu ermög­li­chen. Je nach Aus­maß der not­wen­di­gen Unter­stüt­zung wer­den unter­schied­li­che Fak­to­ren ein­be­rech­net. Ist kei­ne Unter­stüt­zung not­wen­dig, wird von einer selbst­stän­di­gen Tätig­keit aus­ge­gan­gen. Der Fak­tor ist ent­spre­chend gleich Null. Sind Hin­wei­se oder ande­re For­men von Bera­tung not­wen­dig wir der Fak­tor Zwei genutzt. Bei stei­gen­dem Bedarf, d.h. es ist eine Form des Übens oder der Anlei­tung not­wen­dig, so wird der Fak­tor Drei genutzt. Bei einem umfas­sen­den Bedarf, d.h. die Tätig­keit kann nur im Bei­sein einer Fach­kraft durch­ge­führt wer­den, so wird der Fak­tor Vier genutzt. Es kann ins­ge­samt ein maxi­ma­ler Wert von 100 Punk­ten erreicht wer­den. Das Ver­fah­ren grup­piert den indi­vi­du­el­len Bedarf in 20-Punk­te-Schrit­ten in 5 Hil­fe­be­darfs­grup­pen mit zuneh­men­dem Hil­fe­be­darf ein, der dem Leis­tungs­trä­ger in regel­mä­ßi­gen Ent­wick­lungs­be­rich­ten rück­ge­mel­det wird. Auch wenn das HMB-T-Ver­fah­ren unter Teil­ha­be­aspek­ten zu ver­nach­läs­si­gen ist, so bie­tet es als aktu­ell vor­ge­schrie­be­nes Ver­fah­ren auch Schnitt­men­gen mit den ICF-Domä­nen und damit einen Ein­blick in die Bedarfs­la­ge der bMA vor Ort (vgl. Grampp, 2019, S. 63 f.).

Ablauf einer Eingliederungsplanung im Arbeitsbereich in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen
Abbil­dung 3‑1 Ablauf einer Ein­glie­de­rungs­pla­nung im Arbeits­be­reich (eige­ne Darstellung).

Aus der oben beschrie­be­nen Ein­glie­de­rungs­pla­nung kön­nen sich Zie­le und Wün­sche einer wei­te­ren Ein­glie­de­rung auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt erge­ben. Aber auch davon los­ge­löst kön­nen die bMA selbst­stän­dig die Integrationsbegleiter:innen der aus­ge­la­ger­ten Abtei­lung kon­tak­tie­ren und mit ihnen zusam­men Mög­lich­kei­ten pla­nen. Die aus­ge­la­ger­te Abtei­lung arbei­tet inso­fern unab­hän­gig von der WfbM zusam­men mit den bMA. Oben beschrie­be­ne beruf­li­che Erpro­bun­gen sind Gegen­stand die­ses For­schungs­vor­ha­bens. Sie sind not­we­ni­ger Bestand­teil für einen Weg auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt. In die­ser Arbeit soll jedoch die Zeit nach einer sol­chen beruf­li­chen Erpro­bung, d.h. falls bMA aus einem Prak­ti­kum in die WfbM zurück­kom­men, genau­er betrach­tet wer­den. Um einen Ein­druck von der Situa­ti­on zu bekom­men, soll der Pro­zess der beruf­li­chen Erpro­bung kurz vor­ge­stellt werden.

Prozess der beruflichen Erprobung (eigene Darstellung)
Abbil­dung 3‑2 Pro­zess der beruf­li­chen Erpro­bung (eige­ne Darstellung).

Die bMA neh­men selbst­stän­dig oder über eine Fach­kraft der Werk­statt Kon­takt zu Mit­ar­bei­ten­den von der aus­ge­la­ger­ten Abtei­lung auf. Die Teil­pro­zes­se Erstkontakt/ Pro­fil­ing sowie Akqui­se und Erschlie­ßung fin­den noch in der WfbM statt. Nach einem Erst­kon­takt und anschlie­ßen­der Pro­fil­bil­dung wird die Ent­schei­dung getrof­fen, ob ein Prak­ti­kum wei­ter­ver­folgt wer­den soll. Soll­te dies nicht der Fall sein, wird die Zusam­men­ar­beit been­det. Bei einem Prak­ti­kums­wunsch wird wei­ter zusam­men nach pas­sen­den Stel­len in Betrie­ben gesucht (Akquise/ Erschlie­ßung, sie­he Abbil­dung 3‑2). Kommt es schließ­lich nicht zu einer Ver­ein­ba­rung über ein Prak­ti­kum, so wird ent­schie­den, ob wei­ter zusam­men­ge­sucht wird oder ob die Zusam­men­ar­beit been­det wird. Kommt es zu einer Ver­ein­ba­rung, beginnt anschlie­ßend die eigent­li­che betrieb­li­che Erpro­bung, d.h. der Wech­sel in den Betrieb steht bevor. Nach einer Ein­ar­bei­tungs- und Coa­ching­pha­se wird der Bedarf an Beglei­tung fest­ge­legt und das Prak­ti­kum idea­ler­wei­se bis zum Schluss durch­ge­führt. An das Prak­ti­kum schließt sich eine Aus­wer­tungs­pha­se an. Schließ­lich wird dar­über ent­schie­den, ob eine Ver­mitt­lung in den Betrieb mög­lich ist. Wenn dies nicht der Fall ist, kann ein aus­ge­la­ger­ter Arbeits­platz eine ande­re Mög­lich­keit der Beschäf­ti­gung auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt sein. Ist die­se auch nicht mög­lich oder gewünscht, keh­ren bMA zurück in die WfbM.

Die­se Rück­kehr in die Bezü­ge der Werk­statt ist Fokus die­ser Arbeit und eine gelin­gen­de Wie­der­ein­glie­de­rung in die bis­he­ri­gen Werk­statt­be­zü­ge ist dabei ein Ziel für eine Ein­rich­tung, da im Kon­text des For­schungs­stan­des von einer Form des Schei­terns aus­ge­gan­gen wer­den muss (sie­he Kapi­tel 2.2). Denn die bMA haben erneut den Anschluss an den all­ge­mei­nen Arbeits­markt nicht gefun­den. Wel­che Bedar­fe die bMA mit in die Werk­statt brin­gen, d.h. also die Berei­che, in denen sie Unter­stüt­zung brau­chen, sind nicht bekannt. Auch sind dies­be­züg­li­che kei­ne Pro­zes­se und Ver­fah­ren eta­bliert, um die­sen mit päd­ago­gi­schen Maß­nah­men begeg­nen zu kön­nen. Da die bMA zu den ihnen bekann­ten Bezugsmitarbeiter:innen zurück­keh­ren, ist auf­grund des Bezugs­sys­tems davon aus­zu­ge­hen, dass die Fach­kräf­te der Werk­statt sen­si­bel auf die Bedar­fe ihrer bMA ein­ge­hen und die­se wahr­neh­men. Denn in vie­len Fäl­len arbei­ten sie schon einen lan­gen Zeit­raum zusam­men und Bezie­hun­gen haben sich auf­ge­baut. Die­se Arbeit möch­te die Wahr­neh­mung der Fach­kräf­te der Werk­statt erfas­sen und aus ihrem päd­ago­gi­schen Han­deln Erkennt­nis­se für die zukünf­ti­ge Rück­kehr von bMA aus betrieb­li­chen Erpro­bun­gen erlan­gen. Aus die­sem Grund wird im nächs­ten Abschnitt die didak­tisch-metho­di­sche Bedin­gungs­ana­ly­se nach Schil­ling (2016) als ein Modell für päd­ago­gi­sches Han­deln vor­ge­stellt, um es für die­ses For­schungs­vor­ha­ben frucht­bar wer­den zu lassen.

Didak­tisch-metho­di­sche Bedin­gungs­ana­ly­sen als Basis von päd­ago­gi­schem Handeln

Ori­en­tiert man sich für die Defi­ni­ti­on päd­ago­gi­schen Han­delns an der Dif­fe­renz­de­fi­ni­ti­on nach Hörs­ter (2004, S. 35 f.) ist all­täg­li­ches Erzie­hen ähn­lich wie die Bewer­tung und Aus­ge­stal­tung von Über­gän­gen nor­ma­ti­ven gesell­schaft­li­chen Vor­stel­lun­gen von gut und schlecht unter­wor­fen und es wird damit zu einer „befra­gungs­wür­di­gen und beden­kens­wer­ten kul­tu­rel­len Auf­ga­be“ (ebd.). Erst wenn es selbst­re­fle­xiv und an der Ent­wick­lung der zu Erzie­hen­den aus­ge­rich­tet ist, kön­ne sich fach­lich abge­grenzt wer­den. Gleich­zei­tig dif­fe­ren­ziert Hörs­ter auch zwi­schen dem Ent­wurf oder auch dem Sinn des Han­delns und sei­ner Rea­li­sa­ti­on in einer Hand­lung. Päd­ago­gi­sches Han­deln kon­zen­trie­re sich ihm zufol­ge auf die Kon­struk­tio­nen vor der kon­kre­ten Hand­lung und müs­se des­halb die Span­nun­gen aus der Rea­li­sa­ti­on eben­so wie die Kon­struk­ti­on des Han­delns mit in die Refle­xi­on einbeziehen.

Schil­ling (2016) gibt mit sei­ner Bedin­gungs­ana­ly­se ein Modell mit dem päd­ago­gi­sches Han­deln selbst­re­fle­xiv geplant wer­den kann. Dabei wird sich in die­ser Arbeit auf die Bedin­gungs­ana­ly­se sowie die Bedeu­tung von Zie­len und Hal­tung kon­zen­triert, da Metho­den didak­ti­schen Über­le­gun­gen fol­gen und in einem engen Wech­sel­ver­hält­nis mit didak­ti­schen Über­le­gun­gen ste­hen (ebd., S. 133 ff.). Auch die Ana­ly­se von Bedin­gun­gen für päd­ago­gi­sches Han­deln ist den Gesetz­mä­ßig­kei­ten der Wahr­neh­mung unter­wor­fen, je nach­dem wie Situa­tio­nen wahr­ge­nom­men und ana­ly­siert wer­den, ver­än­dert sich auch die Hand­lung bzw. Reak­ti­on. Schil­ling unter­schei­det im Rah­men der Didak­tik als Leh­re vom Leh­ren und Ler­nen zwi­schen der leh­ren­den und der ler­nen­den Per­son und ergänzt die­se Per­spek­ti­ve um die Situa­ti­on, in der der Lehr-Lern-Pro­zess statt­fin­det. Dabei ist auf der Sei­te der Leh­ren­den zu klä­ren, wel­che Res­sour­cen die­se besit­zen. Schil­ling unter­schie­det dabei zwi­schen inter­nen und exter­nen Res­sour­cen, über die Leh­ren­de ver­fü­gen. Eben­so ist auf der Sei­te der Ler­nen­den zu klä­ren, wel­che Vor­aus­set­zun­gen die­se haben. Zwei For­men von Vor­aus­set­zun­gen bei Ler­nen­den, sind dabei zu berück­sich­ti­gen. Auf der einen Sei­te indi­vi­du­el­le und anthro­po­ge­ne Vor­aus­set­zun­gen sowie auf der ande­ren Sei­te sozio-kul­tu­rel­le Vor­aus­set­zun­gen. Da Leh­ren­de und Ler­nen­de in Inter­ak­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on ste­hen, ist zusätz­lich auch die Situa­ti­on zu klä­ren, in der der Lehr-Lern-Pro­zess statt­fin­det. Schil­ling benennt sechs Aspek­te die dafür ent­schei­dend sind: Ler­nen, Pro­zess, Gefäl­le, Ver­hält­nis, Bezie­hung und Situa­ti­on. (ebd., S. 61–96)

Die Bedin­gungs­ana­ly­se baut auf der mensch­li­chen Wahr­neh­mung auf. Sie ist damit auch ihren Ein­flüs­sen unter­wor­fen (sie­he Wirtz, 2021b). Auch Schil­ling beschreibt den Ein­fluss von Moti­ven auf didak­ti­sche Kon­zep­tio­nen und deren Ziel­set­zung (sie­he Puca, 2019). In die­ser Arbeit soll jedoch ein über­ge­ord­ne­ter Begriff auf­ge­nom­men wer­den, der Moti­ve prä­gen kann. Die Hal­tung, d.h. „die inne­re Grund­ein­stel­lung, die das Wahr­neh­men, Den­ken, Erle­ben und Han­deln einer Per­son prägt (z. B. Wer­te, Ein­stel­lun­gen, Gesin­nung, Über­zeu­gungs­sys­te­me)“ (sie­he Wirtz, 2021a). Hal­tung meint also die inne­re Bedeu­tungs­ge­bung und steht damit noch vor der Wahr­neh­mung einer Situa­ti­on und damit noch weit vor der Ziel­for­mu­lie­rung. Dem­nach wer­den Zie­le in die­ser Arbeit als Zusam­men­spiel der inne­ren Hal­tung eines Men­schen mit sei­ner Wahr­neh­mung ver­stan­den. Sie zusam­men bestim­men das Motiv und die­ser Auf­fas­sung nach las­sen sich aus der Hal­tung auch Moti­ve und Zie­le ablei­ten. (vgl. Schil­ling, 2016, S. 97–100)

Auf Grund­la­ge des Kon­zep­tes der Bedin­gungs­ana­ly­se nach Schil­ling sowie sei­ner Annah­men über den Wahr­neh­mungs­pro­zess und dem Ein­fluss von Hal­tun­gen habe ich ein Modell für päd­ago­gi­sches Han­deln ent­wi­ckelt, dass sich an Schil­lings Haus des Ler­nens anlehnt (vgl. Schil­ling, 2016, S. 11). Dabei habe ich gleich­sam ver­sucht die in einer Werk­statt genutz­ten Ver­fah­ren (HMB-T-Ver­fah­ren) und Pro­zes­sen (Ein­glie­de­rungs­pla­nung) mit­ein­zu­be­zie­hen, da die­se das päd­ago­gi­sche Han­deln eben­so wie die per­sön­li­chen Hal­tun­gen der Fach­kräf­te prä­gen. Das Modell wird im Fol­gen­den aufgeführt:

Modell pädagogischen Handelns in einer Werkstatt für Menschen mit psychischen Erkrankungen (eigene Darstellung nach Schilling (2016))
Abbil­dung 3–3 Modell päd­ago­gi­schen Han­delns in einer Werk­statt für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen (eige­ne Dar­stel­lung nach Schil­ling (2016))

In dem Modell päd­ago­gi­schen Han­delns gehe ich von der Situa­ti­on aus, dass eine Ver­mitt­lung auf den ers­ten Arbeits­markt nicht erfolgt ist und bMA wie­der zurück in die WfbM zu ihren GL in die Arbeits­grup­pe kom­men. Aus­ge­hend von einer inne­ren Hal­tung die Fach­kräf­te haben und die die Wahr­neh­mung und Hand­lung in die­ser Situa­ti­on beein­flusst, kann päd­ago­gi­sches Han­deln im enge­ren Sin­ne, d.h. die von Hörs­ter beschrie­be­ne Pla­nung und Kon­struk­ti­on päd­ago­gi­scher Hand­lun­gen, begin­nen. Hal­tun­gen beein­flus­sen jedoch nicht nur die Wahr­neh­mung, son­dern auch das Den­ken, Erle­ben und Han­deln. Wes­halb in die­sem Modell schon vor der Bedin­gungs­ana­ly­se von Zie­len und Ziel­vor­stel­lun­gen bei den Fach­kräf­ten aus­ge­gan­gen wird. Mit der Bedin­gungs­ana­ly­se gibt Schil­ling ein Instru­ment, um Unter­stüt­zungs­be­dar­fe zu ana­ly­sie­ren. Bedar­fe wer­den in die­ser Arbeit als Dif­fe­renz von indi­vi­du­el­len Vor­aus­set­zun­gen bzw. Res­sour­cen, im Kon­trast zur Fähig­keit der Ler­nen­den (bMA) ihre Tages­truk­tur auf­recht­zu­er­hal­ten, ver­stan­den, wes­halb die Bedarfs­be­rei­che nach Metz­ler eine Struk­tur für die­se Ana­ly­se geben. Auf der Sei­te der Leh­ren­den (GL/SD) ist genau­so zu über­prü­fen, in wel­chen inne­ren und äuße­ren Res­sour­cen sie Dif­fe­ren­zen für ihr päd­ago­gi­sches Han­deln sehen, um schließ­lich eine Lehr-Lern-Situa­ti­on zu gestal­ten. Dabei wird als Grund­struk­tur päd­ago­gi­scher Hand­lun­gen das Sche­ma der Ein­glie­de­rungs­pla­nung genutzt, die ein ein­fa­ches Refle­xi­ons­sche­ma bie­tet, d.h. in einer Ein­glie­de­rungs­pla­nung wird ein Rück­blick auf den Ver­lauf und die bis­he­ri­gen Zie­le im Ver­gleich zur aktu­el­len Situa­ti­on und den aktu­el­len Wün­schen von bMA gezo­gen, um dar­auf auf­bau­end neue Zie­le und Maß­nah­men zu pla­nen. Inwie­fern die­se Struk­tur für die Inter­ka­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on genutzt wird, ist auch Teil einer erfolg­ten Bedin­gungs­ana­ly­se der Lehr-Lern-Situa­ti­on. Jedoch ist davon aus­zu­ge­hen, dass auch impli­zit die­se Struk­tur für die Maß­nah­men­pla­nung bei den Fach­kräf­ten genutzt wird und damit päd­ago­gi­sches Han­deln in einer Werk­statt prägt.

In die­sem Kapi­tel wur­de ein Ein­blick in die insti­tu­tio­nel­le Ebe­ne vom Über­gang auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt anhand eines exter­nen Prak­ti­kums gege­ben, an dem unter­schied­li­che Akteu­re aus unter­schied­li­chen Berei­chen einer WfbM mit­ar­bei­ten. Ins­be­son­de­re für die Rück­kehr in die WfbM wur­de fest­ge­stellt, dass kei­ne expli­zi­ten Pro­zes­se in einer Werk­statt für die Situa­ti­on der Rück­kehr for­mu­liert wur­den. Anhand der Rah­men­be­din­gun­gen in einer Werk­statt konn­te gezeigt wer­den, dass jedoch Instru­men­te für die päd­ago­gi­sche Arbeit in die­ser Situa­ti­on vor­lie­gen. Mit­hil­fe der Bedin­gungs­ana­ly­se wur­de ein Modell für päd­ago­gi­sches Han­deln ent­wor­fen, dass sowohl bestehen­de Ver­fah­ren und Pro­zes­se auf­greift als auch ver­sucht den refle­xi­ven Anfor­de­run­gen an päd­ago­gi­sches Han­deln gerecht zu wer­den, indem der Hal­tungs­aspekt als gesell­schaft­li­che und nor­ma­ti­ve Deter­mi­nan­te mit­auf­ge­nom­men wur­de. Um die Bedarfs­la­ge für päd­ago­gi­sches Han­deln bei Fach­kräf­ten der Werk­statt zu erfas­sen, wird im Fol­gen­den eine Ein­füh­rung in die empi­ri­sche Sozi­al­for­schung gege­ben, um schließ­lich ein Instru­ment aus­zu­wäh­len, mit dem päd­ago­gi­sches Han­deln nach­voll­zo­gen und erfasst wer­den kann.

Das qua­li­ta­ti­ve Inter­view als Metho­de zur Erfas­sung von Kognitionsinhalten

Bis­her wur­de in den Auf­trag zur Inte­gra­ti­on auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt sowie sei­ne gesetz­li­chen und bio­gra­fi­schen Bedin­gun­gen ein­ge­führt. Dar­auf auf­bau­end wur­de in die Rah­men­be­din­gun­gen der WfbM ein­ge­führt und wie dort päd­ago­gi­sche Hand­lun­gen struk­tu­riert sind. Mit dem Modell päd­ago­gi­schen Han­delns konn­te eine Struk­tur für päd­ago­gi­sches Han­deln anhand der Bedin­gungs­ana­ly­se nach Schil­ling ent­wi­ckelt wer­den, die somit ein Gerüst für die beab­sich­tig­te Erfor­schung der Bedarfs­la­ge von Fach­kräf­ten der Werk­statt ist. Im Fol­gen­den soll des­halb aus Sicht der empi­ri­schen Sozi­al­for­schung eine For­schungs­me­tho­de aus­ge­wählt wer­den, um Erkennt­nis­se über die Bedar­fe bei Fach­kräf­ten einer Werk­statt, anhand des ent­wi­ckel­ten Modells gewin­nen zu kön­nen. Im Fol­gen­den wird des­halb eine Ein­ord­nung qua­li­ta­ti­ver Inter­views in der empi­ri­schen Sozi­al­for­schung gege­ben, um die Ent­schei­dung für ein Leit­fa­den­in­ter­view zu begrün­den, das Erfah­rungs­wis­sen von Fach­kräf­ten der Werk­statt erfas­sen möch­te. Mit­hil­fe der Struk­tur-Lege-Tech­nik aus dem For­schungs­pro­gramm Sub­jek­ti­ve Theo­rien (sie­he Schee­le & Groe­ben, 1988) soll schließ­lich ein Dia­log-Kon­sens über die inne­re Struk­tur päd­ago­gi­schen Han­delns in der Werk­statt her­ge­stellt wer­den. Wes­halb auch die­se Metho­de abschlie­ßend vor­ge­stellt wird.

Zur Ein­ord­nung qua­li­ta­ti­ver Inter­views in der empi­ri­schen Sozi­al­for­schung – das Leitfadeninterview

In der empi­ri­schen Sozi­al­for­schung las­sen sich grund­sätz­lich zwei For­schungs­zwei­ge unter­schei­den. Auf der einen Sei­te die quan­ti­ta­ti­ve Sozi­al­for­schung und auf der ande­ren Sei­te die qua­li­ta­ti­ve Sozi­al­for­schung. Wäh­rend die quan­ti­ta­ti­ve For­schung sich auf die Quan­ti­fi­zie­rung von Sach­ver­hal­ten, gro­ße Stich­pro­ben und linea­re und stan­dar­di­sier­te Ver­fah­ren kon­zen­triert und objek­ti­ve Fak­ten erhe­ben möch­te, die sich idea­ler­wei­se unter Labor­be­din­gun­gen repro­du­zie­ren las­sen, will die qua­li­ta­ti­ve For­schung den Sinn sozia­ler Wirk­lich­keit ver­ste­hen. Dabei ist es egal ob ein oder meh­re­re Fäl­le vor­lie­gen. Der i.d.R. offe­ne und fle­xi­ble Ablauf ermög­licht eine Feld­for­schung, die in der Lage ist, sub­jek­ti­ve Sicht­wei­sen zu erfas­sen. Somit kann bspw. auch ein Unter­schei­dungs­merk­mal sein, dass qua­li­ta­ti­ve For­schung eher hypo­the­sen­ge­ne­rie­rend ist, wäh­rend qua­li­ta­ti­ve For­schung hypo­the­sen­über­prü­fend ist. Die­se Arbeit hat das Ziel, die Bedarfs­la­ge bei Fach­kräf­ten einer Werk­statt zu erfas­sen. Da auch die­se Arbeit damit sub­jek­ti­ve Sicht­wei­sen erfas­sen möch­te, wer­den qua­li­ta­ti­ve Metho­den für das For­schungs­vor­ha­ben aus­ge­wählt. Dabei wer­den ins­be­son­de­re Befra­gun­gen in Form von Inter­views die Metho­den der Wahl sein, da der Fokus auf der Wahr­neh­mung von mensch­li­chem Ver­al­ten in der Pra­xis bzw. im Feld liegt und die the­ma­ti­sier­te Rück­kehr von bMA teils schon eini­ge Zeit zurück lie­gen kann. (vgl. Attes­lan­der et al., 2010; vgl. Häder, 2019; vgl. Hug & Posche­sch­nik, 2020)

Auch wenn die Metho­de der Befra­gung ein ers­ter Schritt zur Kon­kre­ti­sie­rung des For­schungs­de­signs ist, so stellt sich bei der Viel­zahl an Inter­view­for­men die Fra­ge, wel­che Inter­view­form für die geplan­te Erhe­bung am geeig­nets­ten erscheint (vgl. Hug & Posche­sch­nik, 2020, S. 127–132; vgl. Mey & Mruck, 2020). Grund­sätz­lich besteht eine Mög­lich­keit dar­in, Inter­views anhand ihres Struk­tu­rie­rungs­gra­des zu kate­go­ri­sie­ren (sie­he Kru­se, 2015, S. 147). Für die Beant­wor­tung der Fra­ge­stel­lung (Was benö­ti­gen die Fach­kräf­te einer Werk­statt für die Nach­be­rei­tung eines Prak­ti­kums auf einem aus­ge­la­ger­ten Arbeits­platz von Klient:innen mit psy­chi­scher Beein­träch­ti­gung?) liegt der Fokus damit auf dem Erfah­rungs­wis­sen von Fach­kräf­ten der Werk­statt über eine bestimm­te Situa­ti­on und was die Fach­kräf­te für die Aus­ge­stal­tung die­ser Situa­ti­on brau­chen. Bogner et al. (2014c, S. 18 f.) spre­chen in die­sem Fall von Pro­zess­wis­sen und Deu­tungs­wis­sen, d.h. es geht auf der einen Sei­te um die Ein­sicht in den Ablauf der Rück­kehr und auf der ande­ren Sei­te um die sub­jek­ti­ven Sicht­wei­sen und Deu­tun­gen der Fach­kräf­te über die Rück­kehr­si­tua­ti­on. Ein Leit­fa­den­in­ter­view bzw. durch den Fokus auf die Fach­kräf­te ist ein Exper­ten­in­ter­view eine Metho­de, um die For­schungs­fra­ge zu unter­su­chen (vgl. Helf­fe­rich, 2019). Nach Helf­fe­rich (2019) „[gestal­ten] Leit­fa­den­in­ter­views die Füh­rung im Inter­view über einen vor­be­rei­te­ten Leit­fa­den, Exper­ten­in­ter­views sind defi­niert über die spe­zi­el­le Aus­wahl und den Sta­tus der Befrag­ten.“ Der Vor­teil der Leit­fa­den­in­ter­views liegt damit in dem Leit­fa­den, der jedem Inter­view zugrun­de liegt und damit eine Ver­gleich­bar­keit ermög­licht. Dabei bie­tet der Leit­fa­den in Anleh­nung des letz­ten Kapi­tels die Mög­lich­keit, das Gespräch zu struk­tu­rie­ren und bspw. am ent­wi­ckel­ten Modell zu orientieren.

Dia­log-Kon­sens-Metho­den als anschlie­ßen­de Forschungsschleife

Die Dia­log-Kon­sens-Metho­den rüh­ren aus dem For­schungs­pro­gramm Sub­jek­ti­ve Theo­rien von Schee­le & Groe­ben (1988) her. Das For­schungs­pro­gramm geht dabei von einem Men­schen­bild aus, dass Sub­jek­te dazu befä­higt sind, zu kom­mu­ni­zie­ren und sich zu reflek­tie­ren. Han­deln ist die­sem epis­te­mo­lo­gi­schen Men­schen­bild nach eine absichts­vol­le Akti­vi­tät, der ein inne­rer Sinn inne­wohnt bzw. mit der ein Ziel ange­strebt wird. „[Sie] nen­nen die kom­ple­xen refle­xi­ven Kogni­tio­nen, die als Sinn­di­men­si­on des Han­delns für das [Indi­vi­du­um] die Funk­tio­nen der Erklä­rung, Pro­gno­se und Hand­lungs­lei­tung erfül­len, daher ‚Sub­jek­ti­ve Theo­rien‘“ (sie­he Groe­ben & Schee­le, 2019, S. 3). Die­se Sicht­wei­se auf das Indi­vi­du­um zeigt auch Über­schnei­dun­gen bspw. mit der Dif­fe­renz­de­fi­ni­ti­on päd­ago­gi­schen Han­delns (sie­he Kapi­tel 3.2, S. 15), die gera­de das Selbst­re­fle­xi­ve her­aus­ar­bei­tet und als Vor­aus­set­zung für eben­die­ses setzt. Auch bie­tet das For­schungs­pro­gramm mit der Metho­de der kom­mu­ni­ka­ti­ven Vali­die­rung die Mög­lich­keit, eben­sol­che Refle­xi­ons­pro­zes­se in Gang zu set­zen, d.h. den bis­her nur kom­mu­ni­ka­tiv erfass­ten Sinn­struk­tu­ren, eine Form zu geben. An die­ser Stel­le kom­men die Dia­log-Kon­sens-Metho­den ins Spiel. Mit den Dia­log-Kon­sens-Metho­den kann eine For­schung sich von der ein­sei­ti­gen Inter­pre­ta­ti­on durch die For­schen­den lösen und damit der Kom­ple­xi­tät päd­ago­gi­schen Han­delns gerecht wer­den (vgl. Schee­le & Groe­ben, 2019, S. 3 f.). Eine der Dia­log-Kon­sens-Metho­den ist die Struk­tur-Lege-Tech­nik oder auch ‑Ver­fah­ren (vgl. Kru­se, 2019), bei der die Kogni­ti­ons­in­hal­te aus dem vor­ge­la­ger­ten Inter­view auf Kar­ten auf­ge­bracht wer­den, damit die Teil­neh­men­den ihre Aus­sa­gen in Sinn­zu­sam­men­hän­ge brin­gen kön­nen. Mög­li­che Dar­stel­lungs­for­men sind dabei u.a. Fluss­dia­gram­me oder auch Con­cept Maps. Die Teil­neh­men­den set­zen die Kar­ten in Bezie­hung und haben die Mög­lich­keit, gesag­tes in den Zusam­men­hang zu brin­gen. Die ent­ste­hen­den Kogni­ti­ons­sys­te­me wei­sen oft Ähn­lich­kei­ten mit Pro­zess­struk­tu­ren auf, wie sie auch im Qua­li­täts­ma­nage­ment genutzt wer­den (vgl. Rug­or & Stud­zinski, 2012, S. 66–84; sie­he Schee­le & Groe­ben, 2019, S. 10–14). For­schun­gen in ande­ren sozia­len Orga­ni­sa­tio­nen wie bspw. Schu­le zei­gen, dass die erho­be­nen Kogni­ti­ons­struk­tu­ren auch ein wich­ti­ger Anlass für die Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung sein kön­nen, um Pro­zes­se zu ver­än­dern oder zu gestal­ten (vgl. Völ­schow, 2016).

Um die For­schungs­fra­ge zu beant­wor­ten, wur­de ein qua­li­ta­ti­ves Leit­fa­den­in­ter­view als Metho­de aus­ge­wählt, da mit die­ser Inter­view­form am bes­ten der Struk­tur päd­ago­gi­schen Han­delns sowie dem Fokus auf einen bestimm­ten Zeit­raum ent­spro­chen wer­den kann. Eben­so ist die Erfas­sung von Erfah­rungs- und Deu­tungs­wis­sen zen­tra­ler Bestand­teil der For­schungs­fra­ge. Um der kom­ple­xen Situa­ti­on päd­ago­gi­schen Han­delns und den damit ver­bun­de­nen Kogni­tio­nen gerecht zu wer­den, wird die Her­stel­lung eines Dia­log-Kon­sens als anschlie­ßen­de For­schungs­schlei­fe geplant, die sich nach der ers­ten Aus­wer­tung der Tran­skrip­te anschließt. Der Dia­log-Kon­sens begrün­det sich damit durch den For­schungs­fo­kus auf päd­ago­gi­schem Han­deln, aber auch dem Ziel, Pro­zes­se für die fokus­sier­te Situa­ti­on auf­zu­be­rei­ten und dar­aus Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für neue Pro­zess­be­schrei­bun­gen abzu­lei­ten. Im Fol­gen­den Kapi­tel wird des­halb das For­schungs­de­sign eröff­net, um mög­lichst gro­ße Trans­pa­renz zu ermög­li­chen. Der das Leit­fa­den­in­ter­view bezeich­nen­de Leit­fa­den ist die Grund­la­ge aller Inter­views, die im Rah­men die­ser Unter­su­chung durch­ge­führt wer­den, und bedarf des­halb der Ver­zah­nung mit dem bis­he­ri­gen For­schungs­stand sowie der Fra­ge­stel­lung. Auch muss in die­sem Zusam­men­hang das For­schungs­vor­ge­hen offen­ge­legt wer­den, um die­ses mög­lichst trans­pa­rent zu gestalten.

Das For­schungs­de­sign und sei­ne Dokumentation

Nach­dem im bis­he­ri­gen Ver­lauf die­ser Arbeit auf die recht­li­chen, gesell­schaft­li­chen sowie ein­rich­tungs­spe­zi­fi­schen Rah­men­be­din­gun­gen ein­ge­gan­gen wur­de und dar­aus ein Modell päd­ago­gi­schen Han­delns ent­wi­ckelt wur­de, sol­len im wei­te­ren Ver­lauf die fach­li­chen Inhal­te mit der gewähl­ten For­schungs­me­tho­de – dem Leit­fa­den­in­ter­view – in Ein­klang gebracht wer­den. Dabei wird die Ver­zah­nung zwi­schen der Fra­ge­stel­lung, dem bis­he­ri­gen For­schungs­stand sowie der gewähl­ten Metho­de dar­ge­legt. Anhand des Modells päd­ago­gi­schen Han­delns (sie­he Kapi­tel 3.2) wird in die Fra­gen­kom­ple­xe ein­ge­führt und ihre Ent­wick­lung eröff­net, damit letzt­lich der Leit­fa­den in sei­ner fina­len Form vor­ge­stellt wer­den kann. Anschlie­ßend wird die Ziel­grup­pe der Befrag­ten vor­ge­stellt und begrün­det war­um sie die Teilnehmer:innen der Wahl für die Beant­wor­tung der Fra­ge­stel­lung sind. Außer­dem wird das For­schungs­vor­ge­hen vor­ge­stellt, um trans­pa­rent zu machen, wie der Kon­takt­ab­lauf voll­zo­gen wur­de. Dabei spielt die Daten­schutz­ver­ein­ba­rung eine ent­schei­den­de Rol­le, denn mit einer Inter­viewstu­die wer­den sen­si­ble per­sön­li­che Daten ver­ar­bei­tet. Eben­so wird in die­sem Kon­text das gewähl­te Tran­skrip­ti­ons­sys­tem nach Jef­fer­son (1984) vor­ge­stellt, dass schließ­lich für die Ver­ar­bei­tung der Daten in Text­form genutzt wird. 

Der Inter­view­leit­fa­den für die Erhe­bung der Kogni­ti­ons­in­hal­te zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach einem geschei­ter­ten Praktikum

Mit der For­schungs­fra­ge wird ein bestimm­ter Fokus für die Unter­su­chung fest­ge­legt. Die­ser Fokus bezieht sich auf eine noch unbe­kann­te und kom­ple­xe Situa­ti­on. D.h. am Ende der Unter­su­chung soll ein schär­fe­res Pro­blem­be­wusst­sein für die­se Situa­ti­on vor­lie­gen. In die­sem Fall wird von einem explo­ra­ti­ven Inter­view gespro­chen, das zur Erschlie­ßung des For­schungs­fel­des genutzt wer­den kann (vgl. Bogner et al., 2014c, S. 23 f.). Leit­fa­den­in­ter­views sind immer teil­struk­tu­riert, was eine inhalt­li­che Struk­tur für die Erfas­sung vor­aus­setzt (vgl. Bogner et al., 2014a, S. 27). Der Leit­fa­den ist dabei genau­so Struk­tur- wie auch Hilfs­mit­tel für die Inter­view­si­tua­ti­on. Je nach The­ma vari­iert des­halb nicht nur der Grad der Struk­tur, son­dern auch die Form des Leit­fa­dens. Der Leit­fa­den ist redu­ziert aus­ge­drückt ein Mit­tel, um gezielt Sti­mu­li in das Gespräch zu geben (vgl. Helf­fe­rich, 2019, S. 675 f.) und es muss zwi­schen wenig und viel Struk­tur abge­wo­gen werden.

In die­sem Vor­ha­ben geht es geziert um die Wahr­neh­mung von Fach­kräf­ten, und zwar wie sie ihre Kli­en­tel nach einem exter­nen Prak­ti­kum wahr­ge­nom­men haben und wel­che päd­ago­gi­schen Maß­nah­men sie dar­auf­hin geplant und aus­ge­führt haben, um den von ihnen wahr­ge­nom­me­nen Bedar­fen gerecht zu wer­den. Des­halb ist eine grund­le­gen­de Struk­tur für das päd­ago­gi­sche Han­deln, die den Raum des Mög­li­chen nicht zu sehr begrenzt erfor­der­lich. Gleich­sam müs­sen sich aber auch rele­van­te Kon­zep­te aus einer Werk­statt im Leit­fa­den wie­der­fin­den kön­nen, um bei Bedarf im Gespräch dar­auf ein­zu­ge­hen. Die Bedin­gungs­ana­ly­se nach Schil­ling (2016) und das danach ent­wi­ckel­te Modell gibt dafür eine Idee, wie päd­ago­gi­sches Han­deln sich struk­tu­rie­ren könn­te und wie die bestehen­den Pro­zes­se und Ver­fah­ren ein­ge­bun­den sein könn­ten. Damit geht es in der Inter­view­si­tua­ti­on weni­ger um das Abfra­gen von bestimm­ten The­men­be­rei­chen, son­dern um die Hand­lungs­struk­tur der Fach­kräf­te in einer Werk­statt. Aus ihrem päd­ago­gi­schen Han­deln las­sen sich Bedar­fe für die Rück­kehr von bMA rekon­stru­ie­ren. Dabei spielt ins­be­son­de­re die zwei­te For­schungs­schlei­fe mit der Struk­tur-Lege-Tech­nik eine ent­schei­den­de Rol­le, um inne­re Sinn­struk­tu­ren von Hand­lungs­ab­läu­fen offen­zu­le­gen (vgl. Schee­le & Groe­ben, 2019).

Die­ses explo­ra­ti­ve For­schungs­set­ting for­dert aber nicht nur eine pas­sen­de inhalt­li­che Fun­die­rung, son­dern auch die Fra­ge­for­ma­te müs­sen dazu bei­tra­gen kön­nen. Dabei geht es genau­so wie­der abzu­wä­gen, an wel­cher Stel­le struk­tu­riert und an wel­cher Stel­le Frei­raum gege­ben wer­den soll­te. Gera­de für den Start in ein Inter­view machen dabei offe­ne Fra­ge­for­men Sinn, um das Feld der Mög­lich­kei­ten offen zu hal­ten. Dabei wer­den die Befrag­ten dann selbst einen Schwer­punkt für sich set­zen. Der Fra­ge­bo­gen muss in der Art dar­auf vor­be­rei­tet sein, dass er gezielt an noch nicht benann­ten oder inter­es­san­ten Stel­len Nach­fra­ge­mög­lich­kei­ten eröff­net, sodass das Gespräch im Ide­al­fall einer ange­lei­te­ten Refle­xi­on päd­ago­gi­schen Han­delns über die fokus­sier­te Situa­ti­on gleich­kommt, d.h., dass in die­sem Fall ein mög­lichst natür­li­ches Gespräch ent­steht. Der Leit­fa­den ori­en­tiert sich des­halb per se an der Chro­no­lo­gie des Modells päd­ago­gi­schen Han­delns, dass in Kapi­tel 3.2 ent­wi­ckelt wur­de. Gleich­wohl muss ein fle­xi­bles Ein­ge­hen im Gespräch mög­lich sein. (vgl. Helf­fe­rich, 2019, S. 676 ff.)

Vor dem eigent­li­chen Inter­view wird es eine Ein­lei­tungs­pha­se geben, die aber nicht expli­zit im Leit­fa­den auf­ge­nom­men wird. Dabei wird es um die Vor­stel­lung und die Begrün­dung für die­ses Inter­view gehen. Auch wird hier­bei ein zeit­li­cher Rah­men defi­niert und es besteht die Mög­lich­keit für letz­te Rück­fra­gen bei den Befrag­ten. Der eigent­li­che Leit­fa­den beginnt in Anleh­nung an das Modell aus Kapi­tel 3.2 mit dem Hal­tungs­aspekt, der auch aus fach­li­cher Per­spek­ti­ve vor päd­ago­gi­schem Han­deln steht. Die Bedeu­tungs­ge­bung von Fach­kräf­ten über die fokus­sier­te Situa­ti­on gibt Auf­schluss über ihre Hal­tung und den Rah­men gesell­schaft­li­cher Nor­men, in dem sie sich bewe­gen, d.h. über einen mög­lichst offe­nen und erzähl­ge­nerie­ren­den Impuls, der in ers­ter Instanz den Fokus von den Befrag­ten ablenkt und ein Erzäh­len in Gang brin­gen möch­te, da die Fra­ge den Raum für die Begrün­dung ihrer Bedeu­tungs­ge­bung offen­lässt. (vgl. Bogner et al., 2014b, S. 59 ff.)

Idea­ler­wei­se könn­ten also die Befrag­ten auf ihre Wahr­neh­mung zurück­grei­fen, um die Ein­gangs­fra­ge, was sie glau­ben, die Bedeu­tung der Rück­kehr aus einem exter­nen Prak­ti­kum für beschäf­tig­te Mitarbeiter:innen sei, zu unter­mau­ern. Die­ser Wahr­neh­mungs­aspekt wird auch im Modell päd­ago­gi­schen Han­delns auf­ge­grif­fen und ist Vor­aus­set­zung für päd­ago­gi­sches Han­deln, d.h. je nach­dem wie die bMA wahr­ge­nom­men und ana­ly­siert wer­den, wer­den ande­re oder auch kei­ne päd­ago­gi­schen Maß­nah­men ein­ge­lei­tet. Um eine Struk­tur für mög­li­che Unter­stüt­zungs­be­dar­fe für das Inter­view zu haben, wer­den die sie­ben Bedarfs­be­rei­che nach Metz­ler in den Leit­fa­den auf­ge­nom­men. Sie Erfül­len die Funk­ti­on einer the­ma­ti­schen Steue­rung im Inter­view (vgl. Bogner et al., 2014b, S. 68 f.), d.h. Aspek­te, die bereits erwähnt wur­den, müs­sen nicht expli­zit nach­ge­fragt wer­den. Hier­bei geht es jedoch um Aspek­te, die den Befrag­ten nicht direkt in Erin­ne­rung kamen und zu denen noch ein­mal ein Nach­den­ken ange­regt wer­den kann, um eine mög­lichst umfas­sen­de Sicht auf die Bedar­fe in die­ser Situa­ti­on zu bekom­men. Auch wer­den die Bedar­fe in eine zeit­li­chen Struk­tur in Anleh­nung an die Ein­glie­de­rungs­pla­nung ein­ge­ord­net, d.h. zu einem Rück­blick gehö­ren auch Infor­ma­tio­nen über den Prak­ti­kums­ver­lauf sowie Infor­ma­tio­nen über die Rück­kehr bei den Fach­kräf­ten. Eben­so gehört zu einer päd­ago­gi­schen Hand­lung die ein­ver­nehm­li­che Pla­nung mit bMA, die ihre Zie­le und Wün­sche berück­sich­tigt. Ins­be­son­de­re letz­te­rer Aspekt hat Über­schnei­dungs­punk­te mit dem eige­nen Ziel­mo­tiv der Fach­kräf­ten, d.h. wie zeigt sich ihrer Ansicht nach eine gelun­ge­ne Rück­kehr in die eige­ne Arbeits­grup­pe? Die Fach­kräf­te haben die bMA ana­ly­siert und rich­ten an ihrer Vor­stel­lung einer gelun­ge­ne Rück­kehr ihr Han­deln aus. Des­halb wird an die­ser Stel­le noch ein­mal the­ma­tisch auf eine Stel­lung­nah­me gelenkt (vgl. Bogner et al., 2014b, S. 64 f.), um das Ziel­mo­tiv erfas­sen zu kön­nen und im wei­te­ren Ver­lauf die Bedarfs­la­gen bei Fach­kräf­ten, für bMA und für die Situa­ti­on zu erfra­gen, d.h. was sie selbst brau­chen, um die Rück­kehr gelin­gen zu las­sen bzw. was sie den­ken, bMA brau­chen. Genau­so sind aber auch Bedar­fe an die Gestal­tung der Situa­ti­on päd­ago­gi­scher Hand­lun­gen zu klä­ren, da die­se auch zu einem Erfolg bei­tra­gen kön­nen. Mit der bedarfs­ge­rech­ten Pla­nung von Maß­nah­men fin­det sich der Kern päd­ago­gi­schen Han­delns wie­der. Zum Ende dür­fen die Fach­kräf­te ihre Erzäh­lun­gen mit einem Wunsch been­den, d.h. wel­chen Wunsch sie für den Ablauf einer Rück­kehr von bMA in der Zukunft haben. Damit wird den Fach­kräf­ten abschlie­ßend noch ein­mal ermög­licht Resü­mee zu zie­hen und die Aspek­te anzu­spre­chen, für die sie sich per­sön­lich Ver­än­de­run­gen wünschen.

Die Durch­füh­rung der Inter­views: Kon­takt­ab­lauf – Daten­schutz – Transkription 

Zu den Befrag­ten die­ser Inter­viewstu­di­en gehö­ren vor allem die Grup­pen­lei­tun­gen einer Werk­statt. Sie sind die Bezugsmitarbeiter:innen, die täg­lich mit den bMA zusam­men­ar­bei­ten und sie auch teils schon seit vie­len Jah­ren ken­nen, d.h. es hat sich eine Bezie­hung zwi­schen Grup­pen­lei­tung und bMA auf­ge­baut. Die Grup­pen­lei­tun­gen sind dar­über hin­aus auch struk­tu­rell ver­ant­wort­lich für die Umset­zung der geplan­ten päd­ago­gi­schen Maß­nah­men und wer­den auch im HMB-T-Ver­fah­ren für die Rekon­struk­ti­on her­an­ge­zo­gen (sie­he Kapi­tel 3.1, S. 11). Sie sind also gefor­dert die Bedarfs­la­ge und ihre Ent­wick­lung im Auge zu behal­ten und ent­spre­chend mit den bMA zu arbei­ten. Was sie damit zu idea­len Befrag­ten für die Erfas­sung von ver­än­der­ten Bedar­fen durch die Rück­kehr bei ihren bMA macht.

Der Kon­takt zu den Grup­pen­lei­tun­gen wur­de per­sön­lich und unter­stützt durch ein Anschrei­ben zusam­men mit der Daten­schutz­er­klä­rung auf­ge­baut. In der Kom­bi­na­ti­on einer per­sön­li­chen Anspra­che zusam­men mit dem Anschrei­ben, kann gleich­sam auf die daten­schutz­recht­li­chen Aspek­te ein­ge­gan­gen wer­den, damit den Befrag­ten ein sen­si­bler und anony­mi­sier­ter Umgang ver­si­chert wer­den kann. In dem Anschrei­ben erklä­re ich, war­um ich die Unter­su­chung mache und um wel­chen Kon­text es mir geht. Eben­so gebe ich einen zeit­li­chen Rah­men vor, damit das Inter­view auch in den Tages­ab­lauf der Fach­kräf­te pas­sen kann. Eben­so ver­si­che­re ich, dass ich mich an die nach­ste­hen­de Daten­schutz­er­klä­rung hal­te und das Inter­view anony­mi­siert auf­zeich­ne. Denn das Inter­view wür­de zu lan­ge dau­ern, um es nicht auf­zu­zeich­nen. Durch die Audio­auf­zeich­nung kann ich das Gesag­te genau­er aus­wer­ten und unter­lie­ge einer mög­lichst gerin­gen Ver­zer­rung durch die Rekon­struk­ti­on mei­ner Erin­ne­rung. Außer­dem kann ich mich so auf die Befrag­ten und das Gespräch kon­zen­trie­ren (vgl. Bogner et al., 2014a, S. 39 ff.; vgl. Kuckartz, 2018, S. 165). Die Inter­views wer­den in einem ruhi­gen Raum in der WfbM durch­ge­führt, da die­ser gut für die Befrag­ten zu errei­chen ist und er bie­tet ein ruhi­ges Umfeld, in dem die Inter­views unge­stört durch­ge­führt wer­den können.

Mit der Daten­schutz­er­klä­rung behal­ten die Befrag­ten die Hoheit über ihre per­sön­li­chen Daten. Die Teil­nah­me ist frei­wil­lig und die Ein­wil­li­gung kann jeder­zeit zurück­ge­zo­gen wer­den. Eben­so mache ich die anony­mi­sier­te Tran­skrip­ti­on trans­pa­rent. Die Daten­schutz­er­klä­rung wird in dop­pel­ter Aus­füh­rung unter­schrie­ben und archi­viert. Die Tran­skrip­ti­on der Audio­auf­zeich­nun­gen erfolgt mit dem Tran­skrip­ti­ons­sys­tem nach Jef­fer­son (1984), das sich beson­ders im eng­li­schen Sprach­raum durch­ge­setzt hat. Das Sys­tem bie­tet die Mög­lich­keit die Aus­sa­gen zu qua­li­fi­zie­ren, indem bspw. Über­lap­pun­gen, Pau­sen und Unter­bre­chun­gen kennt­lich gemacht wer­den kön­nen. Genau­so wie auch Into­na­tio­nen und Modu­la­tio­nen der Spra­che in Geschwin­dig­keit und Laut­stär­ke. Auch beson­de­re Äuße­run­gen und Geräu­sche kön­nen dar­ge­stellt wer­den. Dazu gehö­ren bspw. auch Atem­ge­räu­sche, unkla­re Äuße­run­gen oder auch non-ver­ba­le Akti­vi­tä­ten. (vgl. Kuckartz, 2018, S. 166–171)

Das Resü­mee zum gegen­wär­ti­gen Untersuchungsstand

Mit metho­di­schem Fokus soll­te in die­ser Arbeit ein Instru­ment ent­wi­ckelt wer­den, um die Fra­ge zu beant­wor­ten, was die Fach­kräf­te einer Werk­statt brau­chen, um ein Prak­ti­kum auf einem aus­ge­la­ger­ten Arbeits­platz in der Werk­statt nach­zu­be­rei­ten. Dafür wur­de in die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen einer Werk­statt für Men­schen mit Behin­de­run­gen sowie in die gesell­schaft­li­chen Deter­mi­nan­ten von Über­gän­gen und ihrem Schei­tern ein­ge­führt. Dabei wur­de fest­ge­stellt, dass gera­de bMA mit einer psy­chi­schen Erkran­kung bereits in der Ver­gan­gen­heit am all­ge­mei­nen Arbeits­markt geschei­tert sind und sie damit sen­si­bel für Über­gän­ge im Kon­text des Arbeits­mark­tes erschei­nen. Da die bMA in einer WfbM tätig sind, haben sie den all­ge­mei­nen Arbeits­markt ver­las­sen. Ein Sta­tus­wech­sel über die Ein­glie­de­rungs­hil­fe hin­ein in die Reha­bi­li­ta­ti­on und die Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben, damit sie an sich arbei­ten kön­nen, um wie­der dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt zu ent­spre­chen, war die Fol­ge. Gera­de unter die­ser Prä­mis­se, sind die Rah­men­be­din­gun­gen päd­ago­gi­schen Han­delns in einer Werk­statt zu hin­ter­fra­gen, wes­halb die Struk­tu­ren vor Ort dar­ge­legt wur­den, die päd­ago­gi­sches Han­deln prä­gen. Dabei zeig­ten sich ins­be­son­de­re die Bezugs­sys­te­me in den unter­schied­li­chen Arbeits­grup­pen mit fes­ter Grup­pen­lei­tung als zen­tra­le Orga­ni­sa­ti­on­form. Päd­ago­gi­sche Maß­nah­men wer­den mit dem Pro­zess der Ein­glie­de­rungs­pla­nung aus­ge­han­delt und an Zie­len geplant. Damit eng ver­bun­den ist das Bedarfs­er­mitt­lungs­ver­fah­ren nach Metz­ler, das soge­nann­te HMB-T-Ver­fah­ren, das Bedar­fe für die Struk­tu­rie­rung des Tages rekon­stru­iert und auf­zeigt. Mit den Ver­fah­ren vor Ort wur­de anhand der Bedin­gungs­ana­ly­se nach Schil­ling schließ­lich ein Modell des päd­ago­gi­schen Han­delns in der Werk­statt ent­wi­ckelt, das Grund­la­ge für die­se Stu­die ist und sich auch in der gewähl­ten For­schungs­me­tho­de wie­der­fin­det. Mit­hil­fe eines Leit­fa­den­in­ter­views soll das päd­ago­gi­sche Han­deln in der Werk­statt für die fokus­sier­te Situa­ti­on rekon­stru­iert wer­den, um spä­ter dar­aus Bedar­fe für die Nach­be­rei­tung eines Prak­ti­kums auf einem aus­ge­la­ger­ten Arbeits­platz abzu­lei­ten. Die bis­he­ri­ge Unter­su­chung hat gezeigt, dass Distanz und Nähe bei der Durch­füh­rung eines Inter­views in einem Span­nungs­feld ste­hen, da beson­de­re Nähe den Zugang zu den Befrag­ten und auch das Gespräch erleich­tert. Gleich­sam ist die­se Nähe auch eine Her­aus­for­de­rung, da bestehen­de Rol­len­bil­der für ein Inter­view auch ein­mal gedreht wer­den müs­sen. Den­noch konn­te bspw. der Ein­stieg über den Hal­tungs­aspekt gewinn­brin­gend genutzt wer­den, da er zu einer Erzäh­lung ein­lud. Auch zeig­te sich der ent­wi­ckel­te Leit­fa­den in sei­ner Struk­tur als Gewinn für die Inter­views, dabei vie­len beson­ders die Bedarfs­be­reich nach Metz­ler auf, wodurch auch Aspek­te the­ma­ti­siert wur­den, die ansons­ten unter­ge­gan­gen wären. Vom jet­zi­gen Zeit­punkt aus wird davon aus­ge­gan­gen, dass der Leit­fa­den auch wei­ter­hin passt. Wei­te­re Anpas­sungs­be­dar­fe wer­den sich folg­lich aus der Aus­wer­tung im kom­men­den Semes­ter ergeben.


[1] Gen­der-Dop­pel­punkt: In die­ser Arbeit wird der Gen­der-Dop­pel­punkt ver­wen­det, um auch in Spra­che der gesell­schaft­li­chen Diver­si­tät Aus­druck zu ver­lei­hen. Nicht gegen­der­te For­men wer­den nur ver­wen­det, wenn expli­zit von einer ein­ge­schlecht­li­chen Person/Gruppe gespro­chen wird.

[2] „[Eine Werk­statt] hat den­je­ni­gen behin­der­ten Men­schen, die wegen Art und Schwe­re der Behin­de­rung nicht oder noch nicht wie­der auf dem all­ge­mei­nen Arbeits­markt beschäf­tigt wer­den kön­nen, […] beruf­li­che Bil­dung und eine Beschäf­ti­gung […] anzu­bie­ten und […] ihre Leis­tungs- oder Erwerbs­fä­hig­keit zu erhal­ten, zu ent­wi­ckeln, zu erhö­hen oder wie­der­zu­ge­win­nen und dabei ihre Per­sön­lich­keit wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Sie för­dert den Über­gang geeig­ne­ter Per­so­nen auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt durch geeig­ne­te Maß­nah­men“ (sie­he § 219 Abs. 1 Satz 2 und 3 SGB IX)

[3] Die­se Rechts­auf­fas­sung steht im Wider­spruch zum Inklu­si­ons­be­griff, der emi­nen­ter Teil der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on (UN-BRK) ist. Ein Auf­trag zur Anpas­sung der Arbeits­markt­sys­te­me an die Belan­ge und Bedürf­nis­se von Men­schen mit Behin­de­run­gen bleibt für WfbM aus. (vgl. Eiköt­ter et al., 2017, S. 45–50)

[4] Für die Viel­zahl an psy­chi­schen Stö­run­gen liegt kei­ne über­grei­fen­de Defi­ni­ti­on vor, da die Krank­heits­bil­der divers sind. Es wer­den des­halb die häu­figs­ten Merk­ma­le von psy­chi­schen Stö­run­gen fokus­siert, um psych­si­che Stö­run­gen zu erfas­sen. Ein per­sön­li­cher Lei­dens­druck, eine Beein­träch­ti­gung in der Lebens­füh­rung, die Ver­let­zung sozia­ler Nor­men und dys­funk­tio­na­les Ver­hal­ten sind Bestand­tei­le vie­ler Erkran­kun­gen. (vgl. Ame­ri­can Psych­ia­tric Asso­cia­ti­on, 2018, S. 26; vgl. Hautz­in­ger et al., 2019, S. 25–29)

[5] Medi­zi­nisch-psy­cho­lo­gi­sche Dia­gno­sen sind Aus­druck einer nor­ma­ti­ven Gesell­schaft und psy­chi­sche Stö­run­gen wer­den als abwei­chen­de, beein­träch­ti­gen­de und dys­funk­tio­na­le Mus­ter ver­stan­den. Dia­gno­sen lau­fen damit Gefahr, Stig­ma­ti­sie­rungs­er­fah­run­gen und Exklu­si­on zu pro­du­zie­ren. Dia­gno­sen wer­den auch als Instru­men­te für Behandler:innen zur Pla­nung und für Pro­gno­sen ver­stan­den. Sie erfül­len damit eine gesell­schaft­li­che Funk­ti­on der Res­sour­cen­ak­ti­vie­rung im ver­ge­mein­schaf­te­ten Sozi­al­sys­tem. (sie­he Ame­ri­can Psych­ia­tric Asso­cia­ti­on, 2018, S. 26; vgl. Fal­ler, 2019, S. 12–14; vgl. Myers, 2014, S. 654 f., 660–663)

[6] Die dis­kur­si­ve The­ma­ti­sie­rung des Über­gangs auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt bleibt im Rah­men die­ser Arbeit aus, da der recht­li­che Rah­men sich nicht tri­vi­al beein­flus­sen lässt. Wor­auf wir als Ein­rich­tung jedoch Ein­fluss haben, ist unser eige­nes Han­deln und die Art und Wei­se, wie die­ses umge­setzt wird. Es heißt also an die­ser Stel­le, eine Hal­tung zur gän­gi­gen Pra­xis zu ent­wi­ckeln, um so den Über­gang auszugestalten.

Lite­ra­tur­ver­zeich­nis

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