Osna­brück eine Bildungslandschaft!?

Hand­out Bildungslandschaften Osnabrück eine Bildungslandschaft!? „Wie kann das Bildungssystem zukünftig so aufgestellt werden, dass alle Kinder die gleichen Voraussetzungen beim Lernen bekommen? Wie kann ein einheitliches Konzept für alle Schulen aussehen, sodass Unterschiede zwischen den Schulen verringert werden?“

Sozi­al­raum als Per­spek­ti­ve der kom­mu­na­len „Schul­ent­wick­lung“

Inhalts­ver­zeich­nis

  1. Regio­na­le Dis­pa­ri­tä­ten und ihre Aus­wir­kun­gen auf die Zufrie­den­heit mit Staat und Demo­kra­tie in Niedersachsen
  2. Was ist ein Sozialraum?
  3. Was ist eine Bildungslandschaft?
  4. Wie geht kom­mu­na­le Steuerung?
  5. Best Prac­ti­ce: Der Mün­che­ner Weg – Bil­dung als Teil inte­grier­ter Stadtentwicklung
  6. Quel­len
  7. Wei­ter­füh­ren­de Links

Regio­na­le Dis­pa­ri­tä­ten und ihre Aus­wir­kun­gen auf die Zufrie­den­heit mit Staat und Demo­kra­tie in Niedersachsen

Bil­dung als Spie­gel gesell­schaft­li­cher Ungleichheiten

In Nie­der­sach­sen zeigt sich ein dif­fe­ren­zier­tes Bild der Bil­dungs­land­schaft. Zwar liegt das Land laut Umfra­gen „im Mit­tel­feld“, jedoch emp­fin­den vie­le Bürger*innen die Situa­ti­on als deut­lich schlech­ter. Dabei sind die regio­na­len Wahr­neh­mun­gen erstaun­lich ähn­lich – Unter­schie­de zei­gen sich vor allem auf Ebe­ne der ein­zel­nen Schulen.

Regio­na­le Unter­schie­de in Aus­stat­tung und Lehrqualität

Die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen bestehen in:

  • Unter­schied­li­cher Aus­stat­tung der Schu­len (z. B. digi­ta­le Medi­en, Lernmittel)
  • Qua­li­fi­ka­ti­on und Anzahl des Lehrpersonals
  • Schul­ge­bäu­den mit teils erheb­li­chem Sanierungsbedarf

Die­se Fak­to­ren füh­ren zu erheb­li­chen Unter­schie­den in den Bil­dungs­chan­cen von Kin­dern – abhän­gig davon, wel­che Schu­le sie besuchen.

Feh­len­de Lehr­mit­tel­frei­heit: Eine zen­tra­le Belas­tung für Familien

Beson­ders kri­ti­siert wird die feh­len­de Lehr­mit­tel­frei­heit. Hohe Kos­ten für Schul­bü­cher und Mate­ria­li­en tref­fen Fami­li­en mit meh­re­ren Kin­dern beson­ders hart. Die finan­zi­el­le Belas­tung stellt eine zusätz­li­che sozia­le Hür­de dar und wirkt bildungsbenachteiligend.

Digi­ta­le Bil­dung: Zwi­schen Anspruch und Wirklichkeit

Die Coro­na-Pan­de­mie hat Schwä­chen in der digi­ta­len Infra­struk­tur des Bil­dungs­sys­tems sicht­bar gemacht:

  • Kei­ne ein­heit­li­che Stra­te­gie für digi­ta­les Lernen
  • Feh­len­de Aus­stat­tung für Home-Schooling
  • Gro­ße Unter­schie­de in den digi­ta­len Kom­pe­ten­zen der Lehrkräfte

Ein Zitat aus Osna­brück ver­deut­licht die Spannweite:

„Es gibt Leh­rer, die stel­len mode­rier­te Vide­os online, ande­re wis­sen nicht, wie man eine E‑Mail schreibt.“

Was es braucht: Vor­aus­set­zun­gen für Bildungsgerechtigkeit

Für eine zukunfts­fä­hi­ge Bil­dungs­land­schaft in Nie­der­sach­sen braucht es:

  • Ein­heit­li­che Min­dest­stan­dards für Aus­stat­tung und Lehrpersonal
  • Mehr finan­zi­el­le Mit­tel für Bildung
  • Tech­ni­sche Infra­struk­tur auf dem aktu­el­len Stand
  • Qua­li­fi­zier­te und digi­tal kom­pe­ten­te Lehrkräfte
  • Pro­fes­sio­nel­le War­tung und Sup­port für digi­ta­le Geräte
  • Indi­vi­du­el­le För­de­rung der Schüler*innen

Bil­dungs­po­li­ti­sche Zukunftsfragen

Die Stu­die von Faus & Jur­rat (2020) bringt zen­tra­le Fra­gen auf den Punkt:

„Wie kann das Bil­dungs­sys­tem zukünf­tig so auf­ge­stellt wer­den, dass alle Kin­der die glei­chen Vor­aus­set­zun­gen beim Ler­nen bekom­men? Wie kann ein ein­heit­li­ches Kon­zept für alle Schu­len aus­se­hen, sodass Unter­schie­de zwi­schen den Schu­len ver­rin­gert werden?“

Ein­heit­lich­keit und Viel­falt: Kein Widerspruch

Der Wunsch nach glei­chen Start­vor­aus­set­zun­gen ist berech­tigt – reicht jedoch allein nicht aus. Kin­der brin­gen unter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen mit: kogni­ti­ve, sozia­le, fami­liä­re. Bil­dungs­po­li­tik darf die­se Viel­falt nicht igno­rie­ren, son­dern muss sie aktiv gestalten:

  • Indi­vi­du­el­le För­de­rung statt Standardisierung
  • Viel­falt der Bil­dungs­we­ge ermöglichen
  • Bil­dungs­ge­rech­tig­keit durch dif­fe­ren­zier­te Angebote

Fazit: Bil­dungs­ge­rech­tig­keit braucht dif­fe­ren­zier­te Gleichheit

Ein zukunfts­fä­hi­ges Bil­dungs­sys­tem in Nie­der­sach­sen muss zwei Zie­le mit­ein­an­der verbinden:

  1. Glei­che Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen – durch Aus­stat­tung, Lehr­mit­tel­frei­heit und Standards.
  2. Indi­vi­du­el­le För­de­rung ermög­li­chen – durch fle­xi­ble Kon­zep­te und viel­fäl­ti­ge Lernangebote.

Nur so kann Bil­dung nicht nur ein Spie­gel, son­dern ein Motor gesell­schaft­li­cher Teil­ha­be und Demo­kra­tie­zu­frie­den­heit sein.

Was ist ein Sozialraum?

Der Begriff Sozi­al­raum beschreibt mehr als nur einen geo­gra­fi­schen Ort. Er bezeich­net viel­mehr einen lebens­welt­lich gestal­te­ten Raum, der durch mensch­li­ches Han­deln, poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen sozi­al kon­stru­iert ist.

„Stadt­tei­le und auch Quar­tie­re sind nicht vom Him­mel gefal­len. Sie sind Pro­duk­te mensch­li­chen Han­delns.“
(vgl. Brü­sch­wei­ler & Fal­ken­reck, 2016)

Der Dop­pel­cha­rak­ter des Sozialraums

Sozi­al­räu­me haben einen Dop­pel­cha­rak­ter:

  1. Sie bil­den – also sie beein­flus­sen Lebens­rea­li­tä­ten, Hand­lungs­mög­lich­kei­ten und Teil­ha­be­chan­cen von Menschen.
  2. Sie wer­den gebil­det – durch All­tags­han­deln, sozia­le Bezie­hun­gen, insti­tu­tio­nel­le Struk­tu­ren und poli­ti­sche Rahmenbedingungen.

Sozi­al­räu­me sind also sowohl Struk­tu­ren als auch Pro­zes­se – sie ent­ste­hen his­to­risch, ent­wi­ckeln sich wei­ter und sind stets im Wan­del begriffen.

Sozi­al­raum als Ana­ly­se­ein­heit in der Sozia­len Arbeit

Der Sozi­al­raum­be­griff erwei­tert den rein geo­gra­fisch-topo­gra­fi­schen Raum­be­griff um den Ein­fluss des Men­schen und sei­ner sozia­len Pra­xis. Damit wird es mög­lich, sozia­le Phä­no­me­ne wie:

  • Segre­ga­ti­on
  • sozi­al­räum­li­che Ungleichheit
  • Kon­zen­tra­ti­on von Bildungsbenachteiligung

zu ana­ly­sie­ren und hand­lungs­ori­en­tiert zu bearbeiten.

Ein typi­sches Bei­spiel ist die soge­nann­te „Brenn­punkt­schu­le“, die Aus­druck räum­lich ver­dich­te­ter sozia­ler Pro­blem­la­gen ist. Sozi­al­raum­ori­en­tier­te Bil­dungs­po­li­tik setzt hier an, indem sie nicht nur indi­vi­du­el­le För­de­rung, son­dern auch struk­tu­rel­le Ver­bes­se­run­gen im Quar­tier anstrebt.

„Um die Zukunfts­chan­cen von Kin­dern und Jugend­li­chen in sozia­len Brenn­punk­ten zu ver­bes­sern, gibt es kei­ne Alter­na­ti­ve zur jugend­po­li­ti­schen Hand­lungs­ma­xi­me: den Ort, den Stadt­teil, als Orte der Bil­dung und Erzie­hung zu stär­ken und zu ent­wi­ckeln.“
(Brü­sch­wei­ler & Fal­ken­reck, 2016)

Rele­vanz für Bil­dung und Teilhabe

Ein sozi­al­räum­li­cher Blick ermög­licht es, Bil­dung kon­text­sen­si­bel und gerecht zu gestal­ten. Er rich­tet sich nicht nur auf die Schu­le als Insti­tu­ti­on, son­dern auf das gesam­te Umfeld der Her­an­wach­sen­den: Wohn­raum, Frei­zeit­an­ge­bo­te, Unter­stüt­zungs­struk­tu­ren, sozia­le Netzwerke.

Damit wird Bil­dungs­po­li­tik zur Raum­ge­stal­tungs­po­li­tik – mit dem Ziel, benach­tei­lig­te Räu­me zu för­dern und glei­che Teil­ha­be­chan­cen zu schaffen.

Was ist eine Bildungslandschaft?

Der Begriff Bil­dungs­land­schaft beschreibt weit mehr als ein loses Netz­werk von Bil­dungs­ak­teu­ren. Gemeint ist ein sys­te­ma­tisch ent­wi­ckel­tes, kom­mu­na­les Gefü­ge aus for­ma­len, non-for­ma­len und infor­mel­len Bil­dungs­an­ge­bo­ten, das sich an den Lern­be­dar­fen und Lebens­rea­li­tä­ten der Men­schen im Sozi­al­raum orientiert.

„Lang­fris­ti­ge, pro­fes­sio­nell gestal­te­te, auf gemein­sa­mes plan­vol­les Han­deln abzie­len­de, kom­mu­nal­po­li­tisch gewoll­te Netz­wer­ke zum The­ma Bil­dung […], die aus­ge­hend von der Per­spek­ti­ve des ler­nen­den Sub­jekts – for­ma­le Bil­dungs­or­te und infor­mel­le Lern­wel­ten umfas­sen und sich auf einen defi­nier­ten loka­len Raum bezie­hen.“
(Brü­sch­wei­ler & Fal­ken­reck, 2016)

Bil­dungs­land­schaf­ten als kom­mu­na­les Steuerungskonzept

In der Pra­xis bedeu­tet das: Bil­dungs­land­schaf­ten ent­ste­hen nicht zufäl­lig. Sie wer­den gezielt ent­wi­ckelt – als kom­mu­na­les Steue­rungs­kon­zept, das Bil­dung, Jugend­hil­fe, Sozi­al­po­li­tik und Fami­li­en­för­de­rung inte­griert.

Bei­spiel­haf­te Pro­gram­me in Deutsch­land sind:

  • „Selbst­stän­di­ge Schule“
  • „Regio­na­le Bil­dungs­netz­wer­ke NRW“
  • „Ler­nen vor Ort“
  • „Lebens­welt Schule“
  • „Orte der Bil­dung im Stadtteil“

Die­se Pro­gram­me set­zen auf Koope­ra­ti­on zwi­schen Schu­len, Kitas, Trä­gern der Jugend­hil­fe, Ver­ei­nen, Bera­tungs­stel­len und wei­te­ren Akteu­ren – mit dem Ziel, Bil­dung ganz­heit­lich und sozi­al­raum­be­zo­gen zu gestalten.

Bil­dungs­land­schaf­ten: Mehr als die Sum­me der Bildungsorte

Bil­dungs­land­schaf­ten umfassen:

  • For­ma­le Bil­dungs­or­te (Schu­len, Kitas, Hochschulen)
  • Non-for­ma­le Lern­or­te (Musik­schu­le, Sport­ver­ein, VHS)
  • Infor­mel­le Lern­or­te (Fami­lie, Peer­group, Sozialraum)

Es geht nicht um eine blo­ße Addi­ti­on die­ser Ange­bo­te, son­dern um deren sys­te­ma­ti­sche Ver­net­zung und abge­stimm­te Gestal­tung. Die Schu­le bleibt dabei zen­tral, aber nicht allein ausschlaggebend.

Gelin­gen­de Bil­dungs­land­schaf­ten ana­ly­sie­ren gesell­schaft­li­che Bedin­gun­gen, indi­vi­du­el­le Lebens­for­men und die sozia­len Orte von Kin­dern und Jugend­li­chen – nicht nur Institutionen.

Bil­dungs­land­schaf­ten im Span­nungs­feld von Steue­rung und Subjekt

In der Pra­xis zeigt sich ein Span­nungs­feld: Bil­dungs­land­schaf­ten sind oft steue­rungs­po­li­tisch moti­vier­te Opti­mie­rungs­stra­te­gien. Die Gefahr besteht, dass sie pri­mär auf Effi­zi­enz und Struk­tur­re­for­men abzie­len – und dabei das ler­nen­de Sub­jekt aus dem Blick gerät.

Eine wirk­lich gelin­gen­de Bil­dungs­land­schaft stellt jedoch die Per­spek­ti­ve des Kin­des oder Jugend­li­chen ins Zen­trum. Sie fragt:

  • Wel­che Lern- und Lebens­or­te prä­gen das Aufwachsen?
  • Wel­che Res­sour­cen und wel­che Bar­rie­ren exis­tie­ren im Sozialraum?
  • Wie wir­ken gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen – etwa Digi­ta­li­sie­rung oder sozia­le Ent­gren­zung – auf loka­le Bildungsprozesse?

Raum, Nähe und Bildungsmonitoring

Die Bil­dungs­land­schaft ist eng mit dem Begriff des Sozi­al­raums ver­knüpft, unter­schei­det sich aber von rein ver­wal­tungs­be­zo­ge­nen Gebie­ten. Sie ori­en­tiert sich nicht an poli­ti­schen Gren­zen, son­dern an tat­säch­li­chen Lebens­wel­ten.

Phy­si­sche Nähe bedeu­tet nicht auto­ma­tisch sozia­le Nähe.
Bil­dungs­land­schaf­ten müs­sen die­se Dif­fe­renz erken­nen – und in ihren Pla­nungs­pro­zes­sen berücksichtigen.

Das erfor­dert ein kon­ti­nu­ier­li­ches Bil­dungs­mo­ni­to­ring, das loka­le Daten, Bedar­fe und Ent­wick­lun­gen aus­wer­tet – nicht als „Drauf­sicht“, son­dern als „Ein­sicht“ in die rea­len Bedin­gun­gen vor Ort.

Fazit: Bil­dungs­land­schaf­ten als Raum gerech­ter Bildungschancen

Bil­dungs­land­schaf­ten bie­ten ein gro­ßes Poten­zi­al für mehr Bil­dungs­ge­rech­tig­keit – vor­aus­ge­setzt, sie:

  • ori­en­tie­ren sich am Sub­jekt und sei­nem Sozialraum,
  • erken­nen und inte­grie­ren infor­mel­le Bildungsorte,
  • reflek­tie­ren struk­tu­rel­le Ungleichheiten,
  • arbei­ten ver­netzt und interdisziplinär,
  • und sind lokal­po­li­tisch gewollt und getragen.

Sie sind nicht ein­fach da – sie wach­sen his­to­rischent­wi­ckeln sich kon­ti­nu­ier­lich wei­ter und müs­sen kon­text­sen­si­bel gesteu­ert wer­den. Nur so kön­nen sie zu Lern- und Lebens­räu­men wer­den, die Kin­der und Jugend­li­che wirk­sam unterstützen.

Wie geht kom­mu­na­le Steuerung?

Best Prac­ti­ce: Der Mün­che­ner Weg – Bil­dung als Teil inte­grier­ter Stadtentwicklung

Mün­chen ver­folgt seit Jah­ren einen kon­se­quent sozi­al­raum­ori­en­tier­ten Ansatz, um Bil­dungs­ge­rech­tig­keit struk­tu­rell zu för­dern. Unter dem Leit­mo­tiv „Bil­dung ist Stadt­ent­wick­lung“ wur­de ein umfas­sen­des Sys­tem kom­mu­na­ler Bil­dungs­steue­rung etabliert.

„Bil­dungs­land­schaf­ten sind Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaf­ten.“
(PERSPEKTIVE Mün­chen)

Aus­gangs­punkt: Bil­dungs­un­gleich­heit sozi­al­räum­lich adressieren

Ziel ist es, sozi­al­räum­li­che Bil­dungs­un­gleich­hei­ten zu ver­rin­gern – ins­be­son­de­re den star­ken Zusam­men­hang zwi­schen sozia­ler Her­kunft und Bil­dungs­er­folg. Bil­dungs­an­ge­bo­te sol­len sich stär­ker an den Bedar­fen der Men­schen im jewei­li­gen Stadt­teil orientieren.

Dazu nutzt Mün­chen einen spe­zi­fi­schen Sozi­al­in­dex, berech­net auf Ebe­ne der Grund­schul­be­zir­ke, basie­rend auf drei Parametern:

  • Anteil der Haus­hal­te mit Fach-/Hoch­schul­rei­fe
  • Kauf­kraft­in­dex
  • Anteil aus­län­di­scher Bevölkerung

Die­ser Index erlaubt eine fein­glied­ri­ge Bedarfs­er­mitt­lung und unter­stützt eine gerech­te Ressourcenverteilung.

Kom­mu­na­les Bil­dungs­ma­nage­ment: Stra­te­gisch, ver­netzt, haushaltswirksam

Der „Mün­che­ner Weg“ setzt auf ein stra­te­gisch gesteu­er­tes Bil­dungs­ma­nage­ment, das zen­tral koor­di­niert und in die Gesamt­ent­wick­lung der Stadt ein­ge­bun­den ist:

  • Bil­dungs­be­rich­te als empi­ri­sche Grundlage
  • Leit­li­ni­en Bil­dung in der Stadt­ent­wick­lungs­pla­nung verankert
  • Jähr­li­ches Bil­dungs­ma­nage­ment ver­knüpft mit Haushaltsplanung
  • Kom­mu­na­les Bil­dungs­ma­nage­ment als Quer­schnitts­ein­heit mit Koordinierungsfunktion

Steue­rung ent­lang der Bildungskette

Im Rah­men der bei­den Pha­sen des Bun­des­pro­gramms „Ler­nen vor Ort“ hat Mün­chen ein ganz­heit­li­ches Bil­dungs­ver­ständ­nis entwickelt:

  1. Pha­se I: Fokus auf Chan­cen­gleich­heit und gerech­te Bildungszugänge
  2. Pha­se II: Steue­rung ent­lang der Bil­dungs­ket­te – von der frü­hen Bil­dung bis zum Berufseinstieg

Die­ses Vor­ge­hen ver­bin­det Ganz­tags­bil­dungÜber­gangs­ma­nage­ment und frü­he För­de­rung in einem inte­grier­ten Gesamtkonzept.

Münchener Weg

Ver­net­zung von Schu­le, Jugend­hil­fe und Quartier

Ein Herz­stück des Mün­che­ner Modells ist die Ver­knüp­fung von Schul­ent­wick­lung und Jugend­hil­fe­pla­nung – ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Ganz­tags­bil­dung und prä­ven­ti­ve Angebote.

  • Frü­he För­de­rung: Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te für Kin­der und Fami­li­en in Risikolagen
  • Bil­dungs­Lo­ka­le: Stadt­teil­na­he Anlauf­stel­len für Bil­dungs­be­ra­tung und Vernetzung
  • Über­gangs­ma­nage­ment: Kon­ti­nu­ier­li­ches Moni­to­ring aller Bil­dungs­über­gän­ge (z. B. KiTa → Grund­schu­le, Schu­le → Beruf)
Kooperationsstruktur: Übergang Schule-Beruf München

Die „Mün­che­ner Förderformel“

Die Mün­che­ner För­der­for­mel ist ein wei­te­res zen­tra­les Ele­ment. Sie erlaubt eine bedarfs­ori­en­tier­te För­de­rung von KiTas, basie­rend auf dem oben genann­ten Sozi­al­in­dex. Der Trans­fer die­ses Ansat­zes auf den Schul­be­reich wird aktiv vor­an­ge­trie­ben – mit Fokus auf:

  • Schul­so­zi­al­ar­beit
  • mul­ti­pro­fes­sio­nel­le Teams
  • Aus­bau ganz­tä­gi­ger Bildungsangebote
Handlungsfelder bedarfsorientierter Schulentwicklung

Fazit: Der Mün­che­ner Weg als Vor­bild für Bildungslandschaften

Der Mün­che­ner Weg zeigt exem­pla­risch, wie kom­mu­na­le Bil­dungs­land­schaf­ten pro­fes­sio­nell, daten­ge­stützt und sozi­al­räum­lich gestal­tet wer­den kön­nen. Er steht für:

  • Geleb­te Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaft aller Bildungsakteure
  • Stra­te­gi­sche Steue­rung mit gesell­schaft­li­cher Wirkung
  • Bil­dungs­ge­rech­tig­keit durch Bedarfsorientierung
  • Koope­ra­ti­on auf Augen­hö­he zwi­schen Poli­tik, Ver­wal­tung und Praxis

Die­ses Modell bie­tet wert­vol­le Impul­se für ande­re Städ­te und Regio­nen – ins­be­son­de­re, wenn es dar­um geht, Bil­dung lokal ver­an­kertgerecht und lebens­welt­ori­en­tiert zu gestalten.

Quel­len

Coelen, T., Hein­rich, A. J., & Mil­li­on, A. (Hrsg.). (2015). Stadt­bau­stein Bil­dung. Sprin­ger VS.

Brü­sch­wei­ler, B., & Fal­ken­reck, M. (2016). Bil­dungs­or­te und Bil­dungs­land­schaf­ten. In F. Kessl & C. Reut­lin­ger (Hrsg.), Hand­buch Sozi­al­raum (S. 1–15). Sprin­ger Fachmedien.

Faus, J., & Jur­rat, A. (2020). Regio­na­le Dis­pa­ri­tä­ten und ihre Aus­wir­kun­gen auf die Zufrie­den­heit mit Staat und Demo­kra­tie in Nie­der­sach­sen (Fried­rich-Ebert-Stif­tung Lan­des­bü­ro Nie­dersch­sen, Hrsg.). Friedrich-Ebert-Stiftung.