Diver­si­ty in der Arbeitswelt

Inhalts­ver­zeich­nis

  1. Ein­füh­rung
  2. Refle­xi­on des Auf­sat­zes „Arbeit“
  3. Schluss
  4. Aus­blick
  5. Lite­ra­tur

Ein­füh­rung

In dem Auf­satz „Arbeit“ von Fat­ma Ayd­emir setzt sich die Autorin mit eige­nen Erfah­run­gen und den Erfah­run­gen ihrer Fami­lie auf dem deut­schen Arbeits­markt aus­ein­an­der. Dabei geht sie ins­be­son­de­re auf his­to­ri­sche Kon­tex­te ein und gibt damit einen Blick aus der Per­spek­ti­ve von Men­schen mit Migra­ti­ons­er­fah­run­gen auf den deut­schen Arbeits­markt, auf dem ihr nach wie vor ras­sis­ti­sche Aus­sa­gen und sys­te­mi­scher Ras­sis­mus begeg­net ist. Die Belas­tung für Migrant:innen sei unver­hält­nis­mä­ßig grö­ßer und dem­nach müss­ten sie mehr als deut­sche Mitbewerber:innen bewäl­ti­gen. Aus die­sem Grund habe ich mich für die­se Refle­xi­on u.a. mit dem Kon­zept „exit RACISM“ von Tupo­ka Oget­te aus­ein­an­der­ge­setzt. Ähn­lich ande­ren dis­kri­mi­nie­rungs­kri­ti­schen Kon­zep­ten wie bspw. „doing gen­der“ oder „doing fami­ly“, setzt auch die­ses Kon­zept die sozia­le Kon­struk­ti­on des Ras­sis­mus in den Vor­der­grund. Was auf der einen Sei­te bedeu­tet, dass wir Ras­sis­mus selbst geschaf­fen haben. Ras­sis­mus ist men­schen­ge­macht. Auf der ande­ren Sei­te kann dies aber auch einen Aus­weg aus ras­sis­ti­schen Prak­ti­ken ermög­li­chen. Denn was ich mache, kann ich eben auch ver­su­chen, nicht mehr zu machen. Die­ser Licht­blick gibt Hoff­nung. Jedoch zeigt Frau Oget­te in ihren Aus­füh­run­gen auch auf, dass ein sol­cher Pro­zess eine Aus­ein­an­der­set­zung vor allem mit sich selbst for­dert. D.h. nur wenn wir uns reflek­tie­ren und uns selbst hin­ter­fra­gen, kön­nen wir ras­sis­ti­sche Pra­xen auf­bre­chen. Doch selbst wenn ein­zel­ne ihre ras­sis­ti­schen Prak­ti­ken reflek­tiert haben, bleibt der sys­te­mi­sche und insti­tu­tio­na­li­sier­te Ras­sis­mus, der auch auf dem deut­schen Arbeits­markt greift. Des­halb müs­sen wir als Gesell­schaft über das indi­vi­du­el­le Maß hin­aus nach struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen stre­ben, um Diver­si­ty-Sen­si­bi­li­tät auf dem deut­schen Arbeits­markt zu ver­an­kern. Ziel muss des­halb ein wirk­sa­mes Diver­si­ty-Manage­ment sein, dass in die Unter­neh­mens­kul­tu­ren [1] auf­ge­nom­men wird (sie­he Lang 2014: 53f.). „Diver­si­ty Manage­ment zielt dar­auf ab, Mecha­nis­men der Dis­kri­mi­nie­run­gen zu erken­nen und eine Orga­ni­sa­ti­ons­kul­tur anzu­stre­ben, in der alle Beschäf­tig­ten ihre beson­de­ren Fähig­kei­ten ein­brin­gen kön­nen. Es geht dar­um, dass alle Mitarbeiter:innen ihre Fähig­kei­ten best­mög­lich zum Ein­satz brin­gen kön­nen und sich eine glo­ba­li­sier­te Welt auch in Unter­neh­men wider­spie­gelt“ (sie­he Rahn­feld 2019b: 23). Clau­dia Rahn­feld hat hier­zu in „Diver­si­ty-Manage­ment“ eine sys­tem­theo­rie­ge­lei­te­te und pra­xis­ori­en­tier­te Ana­ly­se zur sozia­len Ver­ant­wor­tung von Unter­neh­men ver­öf­fent­licht. Damit sich Orga­ni­sa­tio­nen ver­än­dern kön­nen, braucht es ihrer Ana­ly­se nach gleich­sam bot­tom-up und top-down Ver­än­de­run­gen auf intra‑, inter- und aper­so­na­ler Ebe­ne (sie­he Rahn­feld 2019a: 38, 42f).

Refle­xi­on des Auf­sat­zes „Arbeit“

Im Fol­gen­den wer­de ich einen Über­blick über den Auf­satz „Arbeit“ von Fat­ma Ayd­emir geben und in einem anschlie­ßen­den fik­ti­ven Brief an die Autorin auf ras­sis­ti­sche Prak­ti­ken in unse­rer Gesell­schaft ein­ge­hen und wie man mit die­sen reflek­tiert umge­hen kann. Dabei wer­de ich Berüh­rungs­punk­te zur „Diver­si­ty sen­si­blen Sozia­le Arbeit“ auf­grei­fen und mei­ne eige­ne Per­spek­ti­ve in die­sem Auf­satz einbeziehen.

Kur­ze the­ma­ti­sche Zusammenfassung

Die Autorin Fat­ma Ayd­emir wur­de 1986 in Karls­ru­he gebo­ren. Sie stu­dier­te in Frank­furt am Main Ger­ma­nis­tik und Ame­ri­ka­nis­tik. Seit 2012 lebt sie in Ber­lin und arbei­tet dort als Redak­teu­rin bei „Die Tages­zei­tung“ (kurz taz). Zu den Ver­öf­fent­li­chun­gen von Frau Ayd­emir gehört der Roman „Ellen­bo­gen“ sowie der vor­lie­gen­de Her­aus­ge­ber­band „Eure Hei­mat ist unser Alb­traum“. Bei­de Wer­ke set­zen sich mit Erfah­run­gen von Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund in Deutsch­land aus­ein­an­der. In „Arbeit“ berich­tet Frau Ayd­emir, dass ihre Groß­el­tern in den 70er Jah­ren als sog. Gast­ar­bei­ter aus der Tür­kei nach Deutsch­land gekom­men sind. Auch ihre Eltern, damals Teen­ager, sind so in die Bun­des­re­pu­blik migriert. Wäh­rend die Groß­el­tern in den 80ern über die Rück­kehr­prä­mie wie­der in die Tür­kei zurück­gin­gen, blie­ben die Eltern von Frau Ayd­emir in Deutsch­land.[2] (vgl. Ayd­emir 2020)

Der Auf­satz „Arbeit“ ist auto­bio­gra­fisch und Frau Ayd­emir gewährt damit Ein­blick in ihr sub­jek­ti­ves Erle­ben auf dem deut­schen Arbeits­markt. So beginnt sie mit einem Erleb­nis­be­richt aus ihrer eige­nen Erwerbs­bio­gra­fie, in dem sie die unglei­che Ver­tei­lung von beruf­li­chen Chan­cen pro­ble­ma­ti­siert und pos­tu­liert, dass Migrant:innen im Ver­hält­nis mehr leis­ten müss­ten als deut­sche Mitbewerber:innen. In die­sem Kon­text eröff­net sie nicht nur eige­nen Erfah­run­gen, son­dern zieht auch Ver­glei­che zur Migra­ti­ons­ge­schich­te ihrer Eltern und Groß­el­tern. Die Eltern von Frau Ayd­emir schlu­gen im Gegen­satz zu ihren Groß­el­tern die Rück­kehr­hil­fe [3] (RückHG §2) Anfang der 80er Jah­re aus und blie­ben in Deutsch­land. In die­sem Zeit­raum wur­de auch Frau Ayd­emir gebo­ren und wuchs im Deutsch­land der 90er Jah­re auf. In ihrer Kind­heit erleb­te Frau Ayd­emir die para­do­xen Paro­len und Zuschrei­bun­gen über Migrant:innen, dass die­se fau­le Sozialleistungsbezieher:innen sei­en und gleich­zei­tig den deut­schen Bürger:innen ihre Arbeits­plät­ze weg­näh­men. Sie pro­ble­ma­ti­siert dies­be­züg­lich, dass Migrant:innen schon in den Anfän­gen immer nur die Jobs bekom­men hät­ten, die Deut­sche nicht woll­ten. Gleich­zei­tig hät­ten sie weni­ger Rech­te und wür­den exklu­diert. Aus ihren geschil­der­ten Erfah­run­gen her­aus pos­tu­liert Frau Ayd­emir das Bild von hart arbei­ten­den Migrant:innen, die nicht aus einer idea­li­sier­ten Arbeits­tu­gend her­aus flei­ßig sei­en, son­dern, um ihre bedroh­te Exis­tenz in Deutsch­land zu erhal­ten, denn Arbeit siche­re nicht nur das Ein­kom­men, son­dern auch den Auf­ent­halts­sta­tus. Migrant:innen müss­ten mehr leis­ten als Deut­sche, um Ste­reo­ty­pen und Vor­ur­tei­len ent­ge­gen­zu­wir­ken. Frau Ayd­emir benennt dies­be­züg­lich struk­tu­rel­le Unter­schie­de und krank­ma­chen­de Fak­to­ren. Die Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen in Deutsch­land sei­en ins­be­son­de­re Risi­ko­fak­to­ren für die Gesund­heit von Migrant:innen, die­se Risi­ko­fak­to­ren erken­ne Frau Ayd­emir auch in ihrer eige­nen Erwerbs­bio­gra­fie wie­der. (vgl. ebd.)

Fik­ti­ver Brief an die Autorin

In ihrem Auf­satz „Arbeit“ aus dem Band „Eure Hei­mat ist unser Alb­traum“ beschrei­ben Sie die auf dem deut­schen Arbeits­markt vor­han­de­ne Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft zwi­schen „Deut­schen“ und „Migrant:innen“ und wel­che Aus­wir­kun­gen die­se Struk­tu­ren bspw. auf die Gesund­heit von Migrant:innen haben. Bis­her leb­te ich dies­be­züg­lich und lebe auch struk­tu­rell noch im sog. „Hap­py­land“ (sie­he Oget­te 2018: 21). Mei­ne Fami­lie und auch ich konn­ten ohne die­se zusätz­li­chen Hür­den und Unsi­cher­hei­ten am Arbeits­markt teil­ha­ben. Ich muss­te mich nie dafür recht­fer­ti­gen, dass ich bspw. eine Stel­le auf­grund eines „Tokens“ bekom­men hät­te oder mich für stell­ver­tre­tend für eine Bevöl­ke­rungs­grup­pe recht­fer­ti­gen (sie­he Quen­te 2020: 43ff.). Als Hap­py­län­der war mir bis­her zwar bekannt, dass ich pri­vi­le­giert bin, aber erst durch ihren Auf­satz wur­de die­ses Pri­vi­leg greif­bar. Ich möch­te mich des­halb dafür bedan­ken, dass sie ihre per­sön­li­chen Erleb­nis­se in die­sem Band geteilt haben.

Frau Oget­te beschreibt in ihrem Buch „exit Racism“, wie Ras­sis­mus als Form einer Dis­kri­mi­nie­rung in Deutsch­land wahr­ge­nom­men wird (sie­he Oget­te 2018: 21). Denn Deutsch­land ist nach wie vor ein „Hap­py­land“. Wäre die deut­sche Gesell­schaft eine Per­son wür­de ich sie als igno­rant und unre­flek­tiert beschrei­ben. Unser Ver­ständ­nis von Ras­sis­mus scheint besetzt durch die men­schen­ver­ach­ten­den Ver­bre­chen unse­rer Geschich­te. Die­se Ver­ant­wor­tung dafür fühlt sich selbst heu­te noch für mich als über­wäl­ti­gend an. Ich möch­te sie abwen­den und von mir weg­schie­ben, was im ers­ten Augen­blick auch nur natür­lich erscheint. Die­se belas­ten­de geschicht­li­che Ver­ant­wor­tung nicht an sich her­an­zu­las­sen, kann in ers­ter Instanz ein Schutz­me­cha­nis­mus sein. Denn das haben „ande­re, schlech­te Men­schen absicht­lich und wis­send gemacht“ (vgl. ebd.) und ich selbst sehe mich nicht als solch einen schlech­ten Men­schen. Den­noch darf es, mei­ner Ansicht nach, nicht dabei­blei­ben, sich weg­zu­du­cken und bestehen­den Ras­sis­mus zu igno­rie­ren. Schutz ist zwar für das eige­ne See­len­heil wich­tig, aber wenn ich dadurch wei­ter Gefahr lau­fe, die­sel­ben dis­kri­mi­nie­ren­den Struk­tu­ren zu repro­du­zie­ren, muss etwas pas­sie­ren. Ich bin scho­ckiert, wie tief auch bei mir das Selbst­ver­ständ­nis der Happyländer:innen sitzt. Frau Oget­te beschreibt die­se Pha­sen als „Scham und Schuld“ und ich ver­su­che des­halb, mir mei­ner eige­nen Ver­ant­wor­tung bewusst zu wer­den, um einen reflek­tier­ten Umgang mit Ras­sis­mus zu erler­nen. Die­se „Aner­ken­nung“, dass ich zu einer ras­sis­ti­schen Gesell­schaft gehö­re und a prio­ri ras­sis­tisch hand­le, emp­fin­de ich als belas­tend. Den­noch zeigt Frau Oget­te auch auf, dass man a pos­te­rio­ri mit Selbst­re­fle­xi­on, Wis­sen und Hal­tung zu einem Aus­weg aus ras­sis­ti­schen Prak­ti­ken kom­men kann. Ras­sis­mus ist damit nicht gott­ge­macht und vom Him­mel als natür­li­ches Gesetz gefal­len. Ras­sis­ti­sches Ver­hal­ten ist men­schen­ge­macht und abwend­bar. (vgl. ebd.: 29ff.)

Ras­sis­mus wirkt nicht nur auf der indi­vi­du­el­len Ebe­ne und wird vor­sätz­lich betrie­ben, son­dern er ist Teil der deut­schen Sozia­li­sa­ti­on (sie­he Weiß 2013a: 72), deren Struk­tu­ren und Wir­kungs­wei­sen auf­ge­deckt wer­den müs­sen, um sie für die Refle­xi­on zugäng­lich zu machen. Hier­bei hel­fen ins­be­son­de­re Berich­te von Betrof­fe­nen, wie auch ihr Auf­satz, Frau Ayd­emir (vgl. Oget­te 2018: 29). Eine der zen­tra­len Erkennt­nis­se aus die­ser Aus­ein­an­der­set­zung mit ihrem Auf­satz ist für mich, nicht die Absicht in den Fokus zu neh­men, son­dern sich selbst in die Ver­ant­wor­tung zu neh­men, für die Art und Wei­se wie ich rede und hand­le. Ich bin, um es mit den Wor­ten der TZI zu sagen, mei­ne eige­ne Chair­per­son. In die­sem Kon­text möch­te ich also die Regel von Ruth Cohn „[sei dei­ne eige­ne Chair­per­son, die Chair­per­son] dei­ner selbst“ (sie­he Cohn 2018: 120) auf­neh­men und dabei die Per­spek­ti­ve des Selbst­re­fle­xi­ven beto­nen. Denn sei­ne eige­ne Chair­per­son zu sein, heißt nicht nur auf die eige­nen Bedürf­nis­se zu hören, son­dern, dass das indi­vi­du­el­le Wohl­erge­hen mei­ner Mit­men­schen auch zu mei­ner Ver­ant­wor­tung gehört. Das Wohl­erge­hen der ande­ren Men­schen klingt nach einer nicht lös­ba­ren Auf­ga­be, aber genau das ist es nicht. Es geht immer um kon­kre­te Situa­tio­nen und Inter­ak­tio­nen, in denen ich selbst invol­viert bin, d.h. ich bin im Aus­tausch mit einer Per­son – face-to-face. In die­sen Situa­tio­nen kann ich han­deln, kann dafür Ver­ant­wor­tung über­neh­men, was ich sage und was ich mache, um Ras­sis­men auf­zu­bre­chen. Die­se Ein­stel­lung ähnelt damit der Para­phra­se von Mahat­ma Gan­dhis Aus­sa­ge. „Sei du selbst die Ver­än­de­rung, die du dir wünschst für die­se Welt“ [4]. Damit liegt die Her­aus­for­de­rung für Ein­zel­ne dar­in, sich zu die­sem Invest­ment bereit­zu­er­klä­ren. Denn als ego­is­ti­sche Sub­jek­te stre­ben wir a prio­ri danach Eigen­in­ter­es­sen zu erfül­len (sie­he Ste­cker 2002a: 75ff.).

Ras­sis­mus­kri­ti­sches Han­deln ist nach Haber­mas ein kom­mu­ni­ka­ti­ves Han­deln, denn es fin­det sich aktu­ell eher in pri­va­ten All­tags- und Lebens­zu­sam­men­hän­gen wie­der. Auch basiert eine sol­che Hand­lungs­prä­mis­se auf der Fähig­keit zur indi­vi­du­el­len Refle­xi­on im Sin­ne einer deon­to­lo­gisch, kant­schen Ethik. Dem­ge­gen­über steht zweck­ra­tio­na­les Han­deln nicht nur durch die Struk­tur des Arbeits­mark­tes mit sei­nen sys­tem­im­ma­nen­ten Regeln und Logi­ken, die wir ergo nicht hin­ter­fra­gen, son­dern auch, weil die Logik der Arbeit in der heu­ti­gen Moder­ne auch in das Pri­va­te hin­ein­reicht und kom­mu­ni­ka­ti­ves Han­deln damit eine gesell­schaft­li­che Son­der­stel­lung bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments erhält. (vgl. Ste­cker 2002b: 87)

Der von Mead beschrie­be­nen Dia­lek­tik fol­gend, kann des­halb eine Per­so­nen­zen­trie­rung allein nicht aus­rei­chen, da das Indi­vi­du­um ins­be­son­de­re durch Struk­tu­ren und Pro­zes­se geprägt ist (vgl. ebd.: 85). Was für per­sön­li­che Inter­ak­tio­nen also eine prak­ti­ka­ble Idee zu sein scheint, ist für gesamt­ge­sell­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge wie sys­te­misch ver­an­ker­ten Ras­sis­mus nur ent­fernt wirk­mäch­tig, es sei denn kol­lek­ti­ve Anstren­gun­gen wür­den hier­bei wir­ken (sie­he Hös­li 1998: 234, sie­he Hummrich/Terstegen 2020: 36f.). In einer Gesell­schaft wir­ken unter­schied­li­che Teil­sys­te­me und erhal­ten und orga­ni­sie­ren sich selbst. Als Ein­zel­ner die Ver­än­de­rung zu sein und damit abwei­chen­des Ver­hal­ten zu zei­gen, wirkt dys­funk­tio­nal in einem eta­blier­ten Sys­tem, deren Regeln und Gesetz­mä­ßig­kei­ten sich immer wie­der selbst repro­du­zie­ren. Über­trägt man die­se Gedan­ken auf Gesell­schaft, so birgt eine sol­che Ver­än­de­rung, hin zu einer ras­sis­mus­kri­ti­schen Gesell­schaft, Kon­flikt­po­ten­tia­le (sie­he Weiß 2013a: 73f., sie­he Weiß 2013b: 249).

Aus­sa­gen, die auch mir in sol­chen Dis­kus­sio­nen begeg­nen, wenn es bspw. um die För­de­rung der Teil­ha­be von Frau­en* an poli­ti­schen Pro­zes­sen geht, sind bspw. „das haben wir immer schon so gemacht“ oder „brau­chen wir das wirk­lich, es funk­tio­niert doch alles gut“. Die­se bei­den Aus­sa­gen beschrei­ben mei­ner Ansicht nach nicht nur die von Frau Oget­te beschrie­be­ne Ein­stel­lung von Happyländer:innen, son­dern auch den in Sys­te­men aus­ge­han­del­ten und eta­blier­ten Sta­tus quo. Was erst ein­mal aus­ge­han­delt wur­de und fest­steht, wirkt unre­flek­tiert wie fest­ze­men­tiert und nomo­lo­gisch funk­tio­nal (sie­he Scha­ra­thow 2018: 271f.). Damit sol­che Struk­tu­ren auf­ge­deckt und ver­än­dert wer­den kön­nen, braucht es einen gesell­schaft­li­chen Pro­zess. Damit ein sol­cher Ver­än­de­rungs­pro­zess auch funk­tio­nie­ren kann, braucht es aber nicht nur die ein­zel­nen Mitbürger:innen oder Arbeitnehmer:innen, d.h. einen Bot­tom-up-Pro­zess, son­dern auch einen Top-down-Pro­zess, d.h. poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen für gesell­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und vor allem auch den poli­ti­schen Wil­len, um struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen zu imple­men­tie­ren (sie­he Weiß 2013c: 126).

Auch der von ihnen the­ma­ti­sier­te Arbeits­markt braucht Geset­ze und dadurch struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen bis hin­ein in die Unter­neh­mens­kul­tur. Wir sehen es bspw. bei der Frau­en­quo­te, dass nur geleb­te Pra­xis zu Ver­än­de­run­gen führt. Frau­en müs­sen erst in neu­en Rol­len und Posi­tio­nen wahr­ge­nom­men wer­den (sie­he Rein­narth 2016: 157f.). Quo­ten umge­hen dabei zwar gesell­schaft­li­che Ver­än­de­rungs­pro­zes­se, was sein ganz eige­nes Kon­flikt­po­ten­ti­al mit sich bringt (sie­he Studt 2016: 164ff.). Den­noch über­wie­gen mei­ner Ansicht nach die Vor­tei­le durch die Quo­te als Len­kungs­in­stru­ment. Denn nur wenn wir gesamt­ge­sell­schaft­li­che Wirk­lich­keit auch durch Geset­ze ver­än­dern und neue Struk­tu­ren eta­blie­ren, kön­nen neue Repro­duk­ti­ons­pro­zes­se grei­fen. Um die dadurch auf­kei­men­den Span­nun­gen in den Sys­te­men zu beglei­ten und eine Bewäl­ti­gung zu ermög­li­chen, d.h. die Ver­än­de­run­gen wer­den akzep­tiert und imple­men­tiert, braucht es zusätz­lich die Ver­än­de­rung von unten, aus den Indi­vi­du­en, die mit Wis­sen und Hal­tung über die Not­wen­dig­kei­ten auf­klä­ren und für die Ver­än­de­rung ein­ste­hen, aber auch struk­tu­rel­le Ange­bo­te für Sen­si­bi­li­sie­rung, Bil­dung und Refle­xi­on (sie­he Rahn­feld 2019c: 77f.). Ins­be­son­de­re Entscheidungsträger:innen, d.h. Füh­rungs­kräf­te, haben hier­bei eine Mul­ti­pli­ka­tor­funk­ti­on, da sie für die geleb­te Kul­tur in Unter­neh­men ver­ant­wort­lich sind (sie­he Rahn­feld 2019d: 58).

Das vor­lie­gen­de Buch „Eure Hei­mat ist unser Alb­traum“ ist ein wich­ti­ges Ange­bot, um sich selbst zu reflek­tie­ren, d.h. sei­ne eige­nen Ste­reo­ty­pe und Vor­ur­tei­le an kon­kre­ten Erleb­nis­be­rich­ten von Men­schen mit Migra­ti­ons­er­fah­run­gen zu über­prü­fen und mög­li­cher­wei­se zu ver­än­dern. Was jedoch in Deutsch­land und auf unse­rem Arbeits­markt fehlt, sind die gesetz­li­chen Vor­ga­ben, die eine Ver­än­de­rung evo­zie­ren. Als wei­ße männ­li­che Arbeits­ge­sell­schaft sozia­li­sie­ren und repro­du­zie­ren wir uns immer wie­der selbst (sie­he Meu­ser 2008). Ver­än­de­rung fin­det nicht allein von unten statt und des­halb braucht es auch die gesetz­lich ver­an­ker­te Ver­pflich­tung zur Ver­än­de­rung (sie­he Studt 2016: 163). Damit das Ziel einer ras­sis­mus­kri­ti­schen Pra­xis in Unter­neh­men hin zu einer inter­kul­tu­rel­len Öff­nung auf den Weg gebracht wer­den kann, d.h. staat­li­che Impul­se von top-down, die in das Teil­sys­tem Arbeits­markt hin­ein­wir­ken. Sei­en es Quo­ten oder auch ver­pflich­ten­de Sen­si­bi­li­sie­rungs­mög­lich­kei­ten wie bspw. Diver­si­ty-Trai­nings, um Aus­ein­an­der­set­zung mit Diver­si­tät zu ver­an­kern. „Dazu gehö­ren zum Bei­spiel die Posi­tio­nie­rung eines Diver­si­ty Mana­gers, die Ver­an­ke­rung von Diver­si­ty in Leit­bil­dern und Diver­si­ty Trai­nings, Men­to­ring­pro­gram­me, gemisch­te Arbeits­grup­pen und Sprach­trai­nings. In Bezug auf das Per­so­nal­ma­nage­ment sol­len Maß­nah­men ergrif­fen wer­den, die Benach­tei­li­gun­gen von Min­der­hei­ten in den Pro­zes­sen der Aus­wahl, Beur­tei­lung und Ent­gelt­po­li­tik abbau­en. Eben­so wird eine fle­xi­ble Arbeits­zeit­ge­stal­tung als Instru­ment des Diver­si­ty Manage­ments auf­ge­fasst“ (sie­he Voigt 2013: 52).

Diver­si­ty geht damit über klas­si­sche Kon­zep­te des Arbeits­mark­te wie Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on hin­aus, da hier­bei über Ein­zel­si­tua­tio­nen hin­aus Unter­neh­mens­struk­tu­ren in den Fokus genom­men wer­den. Damit alle Unter­neh­men nach den glei­chen Spiel­re­geln spie­len kön­nen, benö­tigt es jedoch gesetz­li­che Vor­ga­ben zur Imple­men­tie­rung, aber auch eine reflek­tier­te und beglei­te­te Imple­men­tie­rung in den Unter­neh­men, d.h. in allen Berei­chen und auf allen Ebe­nen. Ver­än­de­rung braucht Kom­mu­ni­ka­ti­on. Studt (2016, S. 172ff.) beschreibt wie ins­be­son­de­re Kom­mu­ni­ka­ti­on ein Schlüs­sel­ele­ment für eine Ver­än­de­rungs­kul­tur zur Umset­zung von Diver­si­ty in Unter­neh­men ist. Ver­än­de­rung zeigt sich damit zwar als Her­aus­for­de­rung für Unter­neh­men, genau­so zeigt sich aber auch, dass Ver­än­de­rung mit einer ent­spre­chen­den Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on bewäl­tigt wer­den kann. Im Rah­men eines „Chan­ge Manage­ments […] geht es weni­ger um Infor­ma­ti­on, son­dern um Ori­en­tie­rung durch Kom­ple­xi­täts­be­wäl­ti­gung, was nur durch kon­ti­nu­ier­li­che Sinn­ak­tua­li­sie­rung bewäl­tigt wer­den kann“ (sie­he ebd.: 174). Des­halb wer­den funk­tio­na­le Bezie­hun­gen im sys­te­mi­schen Sinn fokus­siert. Wich­ti­ge Aspek­te einer sol­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tur sind ein par­ti­zi­pa­ti­ver Füh­rungs­stil, Rück­kopp­lungs­pro­zes­se in Form von Feed­back­schlei­fen sowie eine trans­pa­ren­te und nach­voll­zieh­ba­re Kom­mu­ni­ka­ti­on (sie­he ebd.: 168f.), um Ver­än­de­run­gen im Unter­neh­men gelin­gen zu lassen.

Ich möch­te des­halb mit den Wor­ten von Arthur Fischer schlie­ßen, der ein­mal sag­te: „Geht nicht, gibt’s nicht. Es geht so nicht, das gibt’s“ (sie­he Rahn­feld 2019c: 59). Zum einen darf es in unse­rer Gesell­schaft nicht so wei­ter­ge­hen, dass immer noch Men­schen in ihrer Teil­ha­be bspw. am Arbeits­le­ben durch eta­blier­te und nicht hin­ter­frag­te Prak­ti­ken behin­dert wer­den. Zum ande­ren sehen wir, dass Ver­än­de­rung in Unter­neh­men sehr wohl mög­lich ist. Hier­bei kommt es jedoch stark auf die Art und Wei­se an, wie in Unter­neh­men kom­mu­ni­ziert wird und das heißt auch inwie­fern Ver­än­de­rungs­pro­zes­se trans­pa­rent sind und an ihnen par­ti­zi­piert wer­den kann. Ras­sis­mus ist ein men­schen­ge­mach­tes Phä­no­men und begrün­det sich in unse­rem Han­deln und unse­ren gesell­schaft­li­chen Struk­tu­ren. Aber genau dar­in liegt auch wie­der die Lösung. Wir kön­nen Struk­tu­ren und unser Han­deln reflek­tie­ren und ver­än­dern. D.h. wir kön­nen ras­sis­ti­schen Prak­ti­ken und sys­te­mi­schem Ras­sis­mus ent­ge­gen­tre­ten und auch als Gesell­schaft selbst die Ver­än­de­rung sein.

Schluss

Zum Ende hin möch­te ich eine Zusam­men­fas­sung der erfolg­ten Refle­xi­on sowie ein Resü­mee zu den Über­le­gun­gen eines Diver­si­ty sen­si­blen Arbeits­mark­tes geben.

Zusam­men­fas­sung

In ihren Aus­füh­rung über ihre Erfah­run­gen auf dem Arbeits­markt hat Frau Ayd­emir die immer noch vor­han­de­ne Exklu­si­on von Migrant:innen auf dem deut­schen Arbeits­markt anhand his­to­ri­scher und fami­liä­rer Bei­spie­le sowie eige­ner Erleb­nis­se dar­ge­legt. Dabei wird zwar klar, dass Migra­ti­ons­er­fah­run­gen auf dem Arbeits­markt eine Human­ka­pi­tal­res­sour­ce gewor­den sind, aber auch gleich­zei­tig wie­der zur Stig­ma­ti­sie­rung bei­tra­gen. Denn die Struk­tu­ren in deut­schen Unter­neh­men ver­än­dern sich nicht mit der Viel­falt in unse­rem Land mit. Sie sind als sozia­le Sys­te­me ver­än­de­rungs­trä­ge. Migra­ti­ons­er­fah­run­gen sind nur gefragt, wenn sie öko­no­misch ver­wert­bar sind, was mit der exis­tie­ren­den Logik ein­her­geht. Dadurch wer­den die Struk­tu­ren in kei­nem Fall inklu­si­ver und diver­ser, son­dern es kommt zur Bil­dung von Arte­fak­ten. Folg­lich wer­den Quo­ten immer noch als Son­der­be­hand­lung, als Tokens, in den Unter­neh­mens­kul­tu­ren auf­ge­fasst und es kommt zu Kon­kur­renz­si­tua­tio­nen und Kon­flik­ten, bei denen die sozi­al schwä­che­ren Arbeitnehmer:innen ver­lie­ren. In der Regel sind dies dann die Men­schen mit Migra­ti­ons­er­fah­run­gen. Sie müs­sen Anfein­dun­gen, Kom­men­ta­re zu ihrer Qua­li­fi­ka­ti­on ertra­gen, sich recht­fer­ti­gen – per­sön­lich und als Stellvertreter:innen – und sich damit über ein übli­ches Maß hin­aus auf dem Arbeits­markt behaupten.

Um eige­nes Han­deln zu reflek­tie­ren und zu ver­än­dern, gibt das Kon­zept „exit RACISM“ von Tupo­ka Oget­te eine Mög­lich­keit, um eige­ne ras­sis­ti­sche Prak­ti­ken zu reflek­tie­ren. Denn ras­sis­ti­sches Han­deln fin­det vor allem auch in kon­kre­ten und per­sön­li­chen Inter­ak­tio­nen statt. Der von ihr gepräg­te Begriff „Happyländer:in“ beschreibt dabei den Zustand vor der Aus­ein­an­der­set­zung mit eige­nen und struk­tu­rel­len Ras­sis­men. Mit ihrem Kon­zept macht Frau Oget­te außer­dem auf die Kon­stru­iert­heit von Ras­sis­mus auf­merk­sam, d.h. Ras­sis­mus ist nicht vom Him­mel gefal­len oder gar eine Gesetz­mä­ßig­keit, son­dern ein Pro­dukt mensch­li­chen Han­delns. Ins­be­son­de­re aus der deut­schen Geschich­te her­aus, ist der Begriff Ras­sis­mus mora­lisch und dem­ago­gisch besetzt. Er wird bspw. mit den Rechts­ver­fah­ren von Deut­schen nach dem zwei­ten Welt­krieg und ihren unmensch­li­chen Hand­lun­gen ver­bun­den. Ras­sis­mus ist aber nicht auf ein­zel­ne kon­kre­te Hand­lun­gen begrenzt, son­dern ein Pro­dukt von Struk­tu­ren und Hand­lungs­wei­sen, d.h. wenn Rassist:innen zwar nicht mehr in ihren Posi­tio­nen agie­ren, ist dies aber kein Auto­ma­tis­mus für Ras­sis­mus­frei­heit, wenn die Struk­tu­ren und sozia­len Prak­ti­ken wei­ter­hin bestehen. Es geht als um ras­sis­ti­sche Prak­ti­ken, die durch ein unre­flek­tier­tes Gedan­ken­gut und Sozia­li­sa­ti­on wei­ter in unse­rer Gesell­schaft auf­recht­erhal­ten wer­den. Abwehr, Scham und Schuld sind in die­sem Kon­text ver­ständ­li­che Hand­lungs­wei­sen von deut­schen Happyländer:innen. Jedoch kann sich nichts für Migrant:innen und auch nicht in unse­rer Gesell­schaft ver­än­dern, wenn auf die­ser Ebe­ne der Refle­xi­on ver­blie­ben wird. Als Deut­scher muss ich mei­nen Bei­trag nicht nur erken­nen, son­dern auch aner­ken­nen und ent­spre­chend han­deln. Nur durch die Refle­xi­on mei­nes eige­nen Han­delns, mei­ner per­sön­li­chen Kon­struk­te kann ich einen ers­ten Schritt machen, um mei­ne ras­sis­ti­schen Prak­ti­ken zu verändern.

Aus­blick

Auch wenn ich mein eige­nes Han­deln reflek­tiert habe, braucht es für Stra­te­gien gegen sys­te­mi­schen Ras­sis­mus wei­ter­ge­hen­de Kon­zep­te, die über das ein­zel­ne Indi­vi­du­um hin­aus­wir­ken und struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen evo­zie­ren. Das Diver­si­ty Manage­ment ist ein sol­cher Ansatz, der bspw. auf der Unter­neh­mens­ebe­ne ansetzt und des­sen Kul­tur in den Fokus nimmt. Damit ist es ein glo­ba­ler Ansatz, der in allen Berei­chen und auf allen Ebe­ne eines Unter­neh­mens gleich­sam ansetzt. Hier­bei sol­len intra­per­so­nel­le mit inter­per­so­nel­len Ansät­zen und struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen kom­bi­niert und in Ein­klang gebracht wer­den, um dis­kri­mi­nie­ren­de Prak­ti­ken aufzubrechen.

Eben die­se Har­mo­ni­sie­rung der unter­schied­li­chen Maß­nah­men hin zu einer nach­hal­ti­gen Ver­än­de­rung, die auch von den Ein­zel­nen mit­ge­tra­gen wird, ist ein von Kon­flik­ten beglei­te­ter Pro­zess in Unter­neh­men. Der Kon­flikt bedingt sich zum einen hand­lungs­ra­tio­nal, aber auch sys­te­misch las­sen sich Grün­de dafür auf­zei­gen. So sind die ange­ziel­ten Ver­än­de­run­gen gesell­schaft­lich mit kom­mu­ni­ka­ti­vem Han­deln, d.h. dem Bild von ein­zel­nen bür­ger­lich Enga­gier­ten außer­halb öko­no­mi­scher Wert­schöp­fung ver­knüpft und Spie­geln im sys­te­mi­schen Sinn eine neue Form der Logik für ein funk­tio­nie­ren­des Unter­neh­mens­sys­tem dar. Die eta­blier­ten zweck­ra­tio­na­len Prak­ti­ken funk­tio­nie­ren bis­her gut und der Nut­zen neu­er Prak­ti­ken wird per se hin­ter­fragt und a prio­ri abge­lehnt. Damit eine Ver­än­de­rung in die­sem Span­nungs­feld gelin­gen kann, kommt der inter­nen und exter­nen Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on sowie den Füh­rungs­kräf­ten eine über­ge­ord­ne­te Rol­le zu. Inso­fern zei­gen sich Trans­pa­renz und Par­ti­zi­pa­ti­on in Unter­neh­men als zen­tra­le Ele­men­te für eine erfolg­rei­che Veränderungskommunikation.

Lite­ra­tur

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[1] „Die Orga­ni­sa­ti­ons­kul­tur ist das Mus­ter der Grund­an­nah­men, die jede Orga­ni­sa­ti­on prä­gen. Die­ses Mus­ter kommt in drei Ebe­nen zum Aus­druck: Basis­an­nah­men, Nor­men und Stan­dards sowie Sym­bol­sys­te­me.“ (sie­he Rahn­feld 2019a: 43)

[2] Quel­le: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fatma_Aydemir&oldid=207588936

[3] “Mit einer ‚Rück­kehr­prä­mie’ ver­such­te die Kohl-Regie­rung, Aus­län­der in ihre Län­der zurück­zu­schi­cken. Zwi­schen 1982 und 1985 ver­lie­ßen über 300.000 Tür­ken Deutsch­land und gin­gen zurück” (sie­he Hür 2013).

[4] Die­ses Zitat ist eine Para­phra­se eines län­ge­ren Zita­tes von Gan­dhi. „We but mir­ror the world. All the ten­den­ci­es pre­sent in the outer world are to be found in the world of our body. If we could chan­ge our­sel­ves, the ten­den­ci­es in the world would also chan­ge. As a man chan­ges his own natu­re, so does the atti­tu­de of the world chan­ge towards him. This is the divi­ne mys­tery supre­me. A won­derful thing it is and the source of our hap­pi­ness. We need not wait to see what others do.“ (sie­he Dhi­man 2017: 273)